Leber 14 (LE 14) Qimen – Bedeutung, Lage, Wirkung und Anwendung des Akupunkturpunkts

Leber 14 (LE 14), auch als Qimen bezeichnet, ist ein bedeutender Akupunkturpunkt des Leber-Meridians in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Aufgrund seiner Lage im Bereich des seitlichen Brustkorbs wird er traditionell mit dem Leber-Funktionskreis, den Flanken, dem Brustraum, dem freien Fluss von Qi und innerer Regulation in Verbindung gebracht.

Innerhalb der TCM nimmt Leber 14 eine besondere Stellung ein. Der Punkt gilt als Mu-Alarmpunkt der Leber und wird traditionell als Kreuzungspunkt des Leber-Meridians mit weiteren Leitbahnen beschrieben. Dadurch wird Qimen nicht nur lokal im Rippen- und Brustbereich betrachtet, sondern auch im Zusammenhang mit Leber-Qi, Atmung, Verdauung, emotionaler Spannung und innerer Ausrichtung.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Bedeutung Leber 14 in der TCM hat, wo sich der Punkt befindet, welche Funktionen ihm traditionell zugeschrieben werden und welche Rolle er im Zusammenhang mit Qigong, Atmung und bewusster Körperwahrnehmung spielen kann.

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Was bedeutet Qimen?

Der Name Qimen wird häufig mit „Tor des Zyklus“, „Tor der Periode“, „Zeit-Tor“ oder „Tor der Erwartung“ übersetzt. Der Begriff „Men“ bedeutet Tor oder Pforte und weist darauf hin, dass dieser Punkt in der TCM als wichtiger Zugang zu inneren Zusammenhängen betrachtet wird.

Qimen liegt am seitlichen Brustkorb, im Bereich der Rippen und Flanken. Diese Körperzone wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin häufig mit dem freien Fluss von Qi, mit Atmung, innerem Druck und dem Leber-Funktionskreis verbunden.

Der Name kann auch darauf hinweisen, dass Leber 14 am Ende des Leber-Meridians liegt. Der Leber-Meridian beginnt am großen Zeh, verläuft über Bein, Becken und Rumpf nach oben und endet im Bereich von Brustkorb und Flanken. Qimen markiert damit einen wichtigen Abschluss dieser Leitbahn.

Qimen beschreibt daher nicht nur einen Punkt am Rippenbogen. Der Name verweist auch auf die traditionelle Bedeutung dieses Bereichs für Regulation, Ausgleich, inneren Rhythmus und den freien Fluss von Qi.

Wo liegt Leber 14 (LE 14)?

Leber 14 befindet sich im Bereich des seitlichen Brustkorbs. Traditionell wird der Punkt direkt unterhalb der Brustwarze im 6. Zwischenrippenraum lokalisiert, etwa 4 Cun seitlich der vorderen Mittellinie.

Vereinfacht gesagt liegt LE 14 im unteren Brustkorbbereich, seitlich am Rumpf, im Bereich zwischen den Rippen. Der Punkt befindet sich nicht in der Körpermitte und auch nicht direkt am Bauch, sondern auf der vorderen seitlichen Brustkorblinie.

Die genaue Lokalisation ist für Laien nicht einfach, da sie von Körperbau, Brustform, Rippenverlauf und individueller Anatomie abhängt. Für therapeutische Zwecke sollte die Punktbestimmung deshalb durch entsprechend ausgebildete Fachpersonen erfolgen.

Da sich in dieser Region Rippen, Zwischenrippenräume, empfindliche Gewebestrukturen und innere Organe befinden, sollte Leber 14 nicht mit starkem Druck behandelt werden. Auch Akupunktur in diesem Bereich erfordert besondere anatomische Kenntnisse und gehört ausschließlich in fachkundige Hände.

Für die Selbstwahrnehmung reicht es aus, den Bereich des seitlichen Brustkorbs und der Flanken sanft wahrzunehmen. Es geht nicht um intensive Punktbehandlung, sondern um achtsame Atmung, Entspannung und Körperbewusstsein.

Die Bedeutung von Leber 14 im Meridiansystem

Leber 14 liegt auf dem Leber-Meridian. Dieser Meridian beginnt am großen Zeh und verläuft über den Fußrücken, den Innenknöchel, die Innenseite des Beins, den Becken- und Bauchraum weiter nach oben in Richtung Brustkorb und Flanken.

Leber 14 gilt traditionell als letzter Punkt des Leber-Meridians. Damit bildet Qimen einen wichtigen Abschluss einer Leitbahn, die vom Fuß bis in den oberen Rumpf verläuft.

Besonders bedeutsam ist, dass Leber 14 als Mu-Alarmpunkt der Leber gilt. Mu-Punkte liegen auf der Vorderseite des Körpers und werden traditionell mit den jeweiligen Organ- und Funktionskreisen verbunden. Als Mu-Punkt wird Qimen in der TCM deshalb besonders mit dem Leber-Funktionskreis und dem freien Fluss von Leber-Qi in Verbindung gebracht.

Darüber hinaus wird Leber 14 in klassischen Beschreibungen als Kreuzungspunkt des Leber-Meridians mit weiteren Leitbahnen erwähnt. Dazu gehören unter anderem der Milz-Meridian und das Yin-Wei-Gefäß. Dadurch erhält Qimen eine besondere Bedeutung für die Verbindung von Brustraum, Flanken, Bauchraum und innerer Regulation.

Welche Funktionen werden Leber 14 in der TCM zugeschrieben?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Leber 14 vor allem mit folgenden Funktionen in Verbindung gebracht:

  • Harmonisierung des Leber-Meridians
  • Unterstützung des freien Qi-Flusses nach TCM-Verständnis
  • Regulation des Leber-Funktionskreises als Mu-Alarmpunkt
  • Lösen von energetischer Stagnation in Flanken und Brustraum
  • Harmonisierung von Leber und Magen nach traditioneller Zuordnung
  • Unterstützung des mittleren und oberen Körperbereichs
  • Verbindung von Atmung, Rippenbogen und innerer Spannung
  • Regulation von aufsteigender oder blockierter Energie nach TCM-Verständnis

Dabei betrachtet die TCM Beschwerden niemals isoliert. Ein einzelner Akupunkturpunkt wird immer im Zusammenhang mit dem gesamten energetischen Muster eines Menschen gesehen. Deshalb wird Leber 14 in der therapeutischen Praxis häufig mit weiteren Punkten kombiniert.

Die genannten Funktionen sind traditionelle Zuschreibungen der TCM. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Bei welchen Beschwerden wird Leber 14 traditionell eingesetzt?

Leber 14 wird traditionell vor allem bei Beschwerden im Bereich von Flanken, Brustkorb, Rippenbogen, oberem Bauchraum und Leber-Magen-Zusammenhang berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem:

  • Spannungsgefühle im Bereich der Flanken
  • Druckgefühl unter dem Rippenbogen nach TCM-Verständnis
  • Engegefühl im Brustraum nach traditioneller Einordnung
  • Völlegefühl nach klassischer TCM-Zuordnung
  • Aufstoßen oder saures Aufstoßen nach traditioneller Betrachtung
  • Übelkeit oder Schluckauf nach TCM-Verständnis
  • Spannung im Leber-Funktionskreis
  • Gefühl von Qi-Stagnation im Rumpfbereich
  • emotionale Anspannung mit Druck im Brust- oder Flankenbereich
  • Beschwerden im Verlauf des Leber-Meridians

In klassischen Beschreibungen wird Qimen außerdem bei Themen rund um Brustregion, Menstruation und aufsteigende Spannung erwähnt. Diese Zuordnungen sind traditionell zu verstehen und ersetzen keine medizinische Untersuchung.

Bei starken, plötzlich auftretenden oder ungeklärten Beschwerden, bei Brustschmerzen, Atemnot, starken Oberbauchschmerzen, Fieber, Gelbfärbung der Haut oder Augen, anhaltender Übelkeit, Erbrechen, Blutungen oder ungeklärten Verdauungsbeschwerden sollte grundsätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Leber 14 als Mu-Alarmpunkt der Leber

Leber 14 ist der Mu-Alarmpunkt der Leber. Mu-Punkte haben in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine besondere Bedeutung. Sie liegen auf der Vorderseite des Körpers und werden traditionell mit bestimmten Organ- und Funktionskreisen verbunden.

Der Begriff „Alarm“ bedeutet dabei nicht, dass der Punkt automatisch auf eine Erkrankung hinweist. Vielmehr beschreibt er die traditionelle Vorstellung, dass sich energetische Ungleichgewichte eines Funktionskreises an bestimmten Körperstellen zeigen können.

Als Mu-Alarmpunkt der Leber wird Qimen besonders mit dem Leber-Funktionskreis in Verbindung gebracht. Dieser steht in der TCM unter anderem für den freien Fluss von Qi, innere Ausgeglichenheit, Spannungsregulation, Blut, Sehnen, Augen und Planung.

Leber 14 wird deshalb häufig im Zusammenhang mit Qi-Stagnation, Flankenspannung, innerem Druck und der Harmonisierung von Leber-Qi betrachtet.

Diese Zusammenhänge sind als traditionelle energetische Betrachtung zu verstehen. Sie ersetzen keine medizinische Abklärung oder Behandlung.

Leber 14 und der Leber-Funktionskreis

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Leber nicht nur als Organ im westlich-medizinischen Sinn betrachtet. Der Leber-Funktionskreis beschreibt ein größeres energetisches System.

Traditionell wird die Leber mit dem freien Fluss von Qi, innerer Ausgeglichenheit, Spannungsregulation, Sehnen, Blut, Augen, Planung und dem Umgang mit innerem Druck verbunden. Wenn der Qi-Fluss harmonisch ist, werden Beweglichkeit, Klarheit und innere Ruhe als unterstützt betrachtet.

Leber 14 steht innerhalb dieses Systems an einer besonderen Stelle. Als letzter Punkt des Leber-Meridians und als Mu-Alarmpunkt der Leber wird Qimen traditionell mit der Regulation des gesamten Leber-Funktionskreises verbunden.

Dabei geht es nicht um eine isolierte Wirkung auf ein Organ. Vielmehr betrachtet die TCM den Zusammenhang von Qi-Fluss, emotionaler Spannung, Atmung, Rumpfbeweglichkeit, Verdauung und innerer Ausrichtung.

Im Qigong kann dieser Zusammenhang sanft erfahrbar werden: Wenn der Atem ruhiger fließt, die Flanken weicher werden und der Brustraum sich entspannt, kann sich auch innerlich mehr Raum entwickeln.

Leber 14 und die Flanken aus Sicht der TCM

Die Flanken nehmen in der TCM eine wichtige Rolle ein. Sie liegen seitlich am Rumpf und verbinden Brustkorb, Bauchraum, Rücken und Becken miteinander.

Der Leber-Meridian zieht durch den Rumpf und steht traditionell mit dem freien Fluss von Qi in dieser Region in Verbindung. Spannungsgefühle unter dem Rippenbogen oder ein Gefühl von Enge in den Flanken werden in der TCM häufig im Zusammenhang mit Leber-Qi betrachtet.

Leber 14 liegt im Bereich des seitlichen Brustkorbs und der unteren Rippen. Dadurch wird der Punkt traditionell bei Spannungen, Engegefühl oder Stagnation im Flankenbereich berücksichtigt.

Im Qigong spielt die seitliche Weite des Körpers eine wichtige Rolle. Wenn die Flanken weich werden, kann der Atem freier fließen. Der Rumpf wirkt beweglicher, und der Körper fühlt sich weniger zusammengedrückt an.

Qimen kann in diesem Zusammenhang als Erinnerung dienen, die seitliche Körperregion nicht festzuhalten, sondern über Atmung und achtsame Bewegung weicher werden zu lassen.

Leber 14 und der Brustraum

Leber 14 liegt am seitlichen Brustkorb. Diese Region ist eng mit Atembewegung, Rippen, Brustraum, Flanken und oberem Bauch verbunden.

Viele Menschen spüren innere Anspannung im Brustbereich. Der Atem wird flacher, die Schultern ziehen nach oben, der Brustkorb wirkt enger, und unter den Rippen entsteht ein Gefühl von Druck oder Festigkeit.

Aus Sicht der TCM kann sich in solchen Situationen der freie Fluss von Qi im oberen und mittleren Körperbereich eingeschränkt anfühlen. Der Leber-Funktionskreis wird deshalb häufig in die Betrachtung einbezogen.

Leber 14 wird traditionell mit dem Lösen von Stagnation im Brust- und Flankenbereich verbunden. Für die Selbstwahrnehmung bedeutet das jedoch nicht, tief zu drücken. Sinnvoller ist eine sanfte Wahrnehmung des Atemraums und ein achtsames Weichwerden der Rippenregion.

Leber 14 und der Leber-Magen-Bezug

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Leber 14 häufig auch im Zusammenhang mit dem Leber-Magen-Bezug betrachtet. Dabei geht es nicht um die westlich-medizinische Organfunktion, sondern um ein energetisches Modell.

Der Leber-Funktionskreis wird traditionell mit dem freien Fluss von Qi verbunden. Der Magen-Funktionskreis steht in der TCM unter anderem mit Aufnahme, Abwärtsbewegung, Verdauung und dem mittleren Körperbereich in Beziehung.

Wenn das Leber-Qi aus TCM-Sicht stagniert oder den Magen-Funktionskreis beeinflusst, können klassische Beschreibungen von Völlegefühl, Aufstoßen, Schluckauf, Übelkeit oder Spannungsgefühlen im Oberbauch sprechen.

Leber 14 wird traditionell genutzt, wenn dieser Zusammenhang von Leber, Magen, Brustraum, Flanken und oberem Bauch betrachtet wird. Qimen kann traditionell in solchen Bereichen berücksichtigt werden, ersetzt jedoch keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Leber 14 und Atmung

Obwohl Leber 14 kein klassischer Atempunkt im engeren Sinne ist, liegt er in einer Region, die stark mit der Atembewegung verbunden ist. Der seitliche Brustkorb, die Zwischenrippenräume und die Flanken bewegen sich bei jedem Atemzug mit.

Viele Menschen atmen im Alltag eher flach. Stress, langes Sitzen, enge Kleidung oder eine nach vorne geneigte Haltung können dazu beitragen, dass Brustkorb und Flanken wenig Raum haben.

Aus Sicht der TCM kann sich Spannung im Rumpf auf den freien Qi-Fluss auswirken. Im Qigong wird deshalb häufig mit sanfter Atmung, aufrechter Haltung und weicher Körperwahrnehmung gearbeitet.

Eine ruhige Bauchatmung kann helfen, die Aufmerksamkeit vom Kopf in den Körper sinken zu lassen. Wenn sich dabei auch die Flanken entspannen, entsteht häufig ein Gefühl von mehr Weite im Brust-, Bauch- und Rippenbereich.

Leber 14 kann in diesem Zusammenhang als Erinnerung dienen, den seitlichen Brustkorb nicht festzuhalten, sondern mit der Atmung weicher werden zu lassen.

Leber 14 und emotionale Spannung

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden körperliche und emotionale Spannung nicht streng getrennt. Der Leber-Funktionskreis wird traditionell mit dem freien Fluss von Qi, innerer Ausrichtung und dem Umgang mit Druck verbunden.

Wenn Menschen angespannt, gereizt oder innerlich belastet sind, kann sich dies körperlich im Bereich von Brustkorb, Atem, Bauch, Flanken, Schultern oder Kiefer zeigen.

Leber 14 liegt in genau dieser Zone zwischen Brustraum, Rippenbogen und Flanken. Deshalb wird Qimen traditionell im Zusammenhang mit Qi-Stagnation, Flankenspannung und innerem Druck betrachtet.

Es handelt sich dabei um traditionelle Beschreibungen aus dem Denkmodell der TCM, nicht um medizinische oder psychologische Wirkversprechen.

Im Qigong kann emotionale Spannung sanft über den Körper reguliert werden: Schultern lösen, Atem vertiefen, Brustkorb und Flanken weich werden lassen, Füße spüren und den Blick entspannen. So entsteht Raum, ohne dass etwas erzwungen werden muss.

Anwendung von Leber 14 in der Akupressur

Leber 14 liegt in einer empfindlichen Region am seitlichen Brustkorb. Deshalb sollte dieser Punkt bei der Selbstakupressur nur sehr vorsichtig und sanft wahrgenommen werden.

Im Mittelpunkt steht nicht kräftiger Druck, sondern eine achtsame Wahrnehmung von Rippen, Flanken, Brustraum und Atmung.

Eine mögliche sanfte Vorgehensweise:

  1. Setze dich aufrecht und entspannt hin.
  2. Lass die Schultern locker sinken.
  3. Lege eine Hand sanft auf den seitlichen unteren Brustkorb.
  4. Atme ruhig und gleichmäßig.
  5. Spüre, wie sich der Bereich mit der Einatmung leicht weitet.
  6. Lass mit der Ausatmung Spannung weicher werden.
  7. Übe keinen starken Druck aus.
  8. Löse die Hand langsam wieder.

Alternativ kannst du den seitlichen Brustkorb und den Rippenbereich sanft mit der Handfläche ausstreichen. Die Bewegung sollte ruhig, weich und angenehm sein.

Wichtig ist: Die Anwendung sollte niemals schmerzhaft sein. Vermeide starken Druck, tiefes Drücken zwischen die Rippen oder intensive Massage im Brust- und Oberbauchbereich.

Bei Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, starken Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Fieber, Gelbfärbung der Haut oder Augen, Schwangerschaft, bekannten Organerkrankungen oder ungeklärten Beschwerden sollte keine Selbstbehandlung erfolgen, sondern ärztlicher Rat eingeholt werden.

Leber 14 im Zusammenhang mit Qigong

Im Qigong spielen Flanken, Brustkorb, Rippenbogen und Atmung eine wichtige Rolle. Viele Übungen fördern eine aufrechte Haltung, eine sanfte Weitung des Rumpfes und eine ruhigere Atmung.

Der Bereich um Leber 14 kann im Qigong besonders bewusst wahrgenommen werden, wenn die Aufmerksamkeit vom Kopf in den Rumpf sinkt. Die Schultern dürfen loslassen, der Atem wird ruhiger und die Flanken können sich weicher anfühlen.

Besonders hilfreich können Übungen sein, die:

  • die Schultern entspannen
  • den Brustkorb sanft öffnen
  • die Flanken weicher werden lassen
  • den Oberbauch entspannen
  • den Atem vertiefen
  • den Blick ruhig werden lassen
  • innere Anspannung reduzieren
  • die Aufmerksamkeit in die Körpermitte führen

Dabei steht nicht die Behandlung einzelner Beschwerden im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, Atmung, Haltung, Bewegung und innere Ruhe miteinander zu verbinden.

Wenn sich der seitliche Rumpf entspannen darf, kann der Atem freier fließen. Dadurch entsteht häufig ein Gefühl von mehr Raum, Weite und innerer Ausgeglichenheit.

Welche Rolle spielt Leber 14 für den Leber-Meridian?

Der Leber-Meridian beginnt am großen Zeh und verläuft über den Fußrücken, die Innenseite des Beins, den Becken- und Bauchraum weiter in Richtung Brust- und Flankenbereich.

Leber 14 gilt traditionell als letzter Punkt des Leber-Meridians. Damit markiert Qimen den Abschluss einer Leitbahn, die vom Fuß über die Beininnenseite bis in den oberen Rumpf führt.

Als Mu-Alarmpunkt der Leber erhält Leber 14 zusätzlich eine besondere Bedeutung für den gesamten Leber-Funktionskreis. Der Punkt steht für mehrere Ebenen gleichzeitig: Leber-Meridian, Flanken, Brustraum, Leber-Qi, Atmung, innerer Druck und energetische Regulation.

Gerade im Qigong wird diese Verbindung erfahrbar. Wenn die Füße bewusst stehen, der Brustkorb weich wird und die Flanken mit der Atmung Raum bekommen, kann sich der gesamte Körper ruhiger und zugleich freier ausrichten.

Leber 14 und Bildschirmarbeit

Bei Bildschirmarbeit sitzt der Oberkörper häufig über längere Zeit leicht nach vorne geneigt. Die Schultern werden fest, der Brustkorb wirkt enger, und die Atmung bleibt oft flach.

Auch Flanken und Rippen bewegen sich dann weniger frei. Dadurch kann sich der obere Bauch- und Brustbereich angespannt oder zusammengedrückt anfühlen.

Aus Sicht der TCM kann sich in solchen Situationen der freie Fluss von Qi im Rumpf eingeschränkt anfühlen. Der Leber-Meridian wird deshalb in solchen Zusammenhängen traditionell mit betrachtet.

Leber 14 kann als Erinnerung dienen, während der Bildschirmarbeit regelmäßig den Oberkörper aufzurichten und den Atem in Brustkorb, Bauch und Flanken zu spüren.

Einfache Impulse können sein:

  • beide Füße bewusst auf den Boden stellen
  • Schultern sinken lassen
  • den Brustkorb sanft aufrichten
  • ruhig in den Bauchraum atmen
  • die Flanken mit der Atmung wahrnehmen
  • kurz aufstehen und gehen
  • den Blick in die Ferne lösen

Diese Maßnahmen ersetzen keine Behandlung, können aber helfen, mehr Körperbewusstsein in den Arbeitsalltag zu bringen.

Sicherheitshinweise zu Leber 14

Leber 14 liegt am seitlichen Brustkorb im Bereich des 6. Zwischenrippenraums. In dieser Region befinden sich Rippen, Zwischenrippenräume, empfindliche Gewebestrukturen und innere Organe. Deshalb ist bei jeder Form der Selbstanwendung besondere Vorsicht wichtig.

Bitte beachte:

  • keinen starken oder schmerzhaften Druck ausüben
  • nicht tief zwischen die Rippen drücken
  • keine intensive Massage im Brust- oder Oberbauchbereich
  • keine Anwendung bei Brustschmerzen oder Atemnot
  • keine Selbstbehandlung bei starken Oberbauchbeschwerden
  • keine Anwendung bei Fieber, Übelkeit oder Gelbfärbung der Haut ohne medizinische Abklärung
  • bei Schwangerschaft, bekannten Organerkrankungen oder ungeklärten Beschwerden ärztlichen Rat einholen

Eine Akupunkturbehandlung an diesem Punkt sollte ausschließlich durch qualifizierte Therapeutinnen oder Therapeuten erfolgen. In dieser Region ist aufgrund der Nähe zu Brustkorb, Lunge und inneren Organen besondere fachliche Sorgfalt erforderlich.

Bei der Selbstanwendung reicht oft eine sanfte Handauflage, ruhige Atmung und achtsame Wahrnehmung des seitlichen Brustkorbs aus.

Fazit: Leber 14 (LE 14) Qimen

Klassische Rippenbogen-Kombination: GB 24 Riyue liegt in derselben Region am seitlichen Rippenbogen und gehört zum Gallenblasen-Meridian – gemeinsam mit Qimen bildet der Punkt eine sehr traditionelle Yin-Yang-Holz-Achse für das Zwerchfell. Am Bauch folgt LE 13 Zhangmen.

Leber 14 (LE 14) Qimen ist ein bedeutender Akupunkturpunkt des Leber-Meridians und liegt im Bereich des seitlichen Brustkorbs, traditionell im 6. Zwischenrippenraum unterhalb der Brustwarze. Der Name wird häufig mit „Tor des Zyklus“ oder „Zeit-Tor“ übersetzt und verweist auf seine besondere Bedeutung als Abschluss des Leber-Meridians.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Leber 14 mit dem Leber-Funktionskreis, dem freien Fluss von Qi, den Flanken, dem Brustraum, dem Leber-Magen-Bezug und innerer Regulation verbunden. Als Mu-Alarmpunkt der Leber nimmt Qimen innerhalb des Meridiansystems eine besondere Stellung ein.

Für die Selbstanwendung ist eine sehr vorsichtige, sanfte Herangehensweise sinnvoll. Kräftiger Druck, tiefes Drücken zwischen die Rippen oder intensive Massage im Brust- und Oberbauchbereich sollten vermieden werden.

Im Zusammenhang mit Qigong zeigt Leber 14 sehr anschaulich, wie Flanken, Brustkorb, Atmung, Haltung und innere Spannung miteinander verbunden sein können. Wenn die Schultern sinken, die Rippen weicher werden und der Atem ruhiger fließt, kann sich der gesamte Körper freier und ausgeglichener anfühlen.

Wer sich näher mit Meridianen, Akupunkturpunkten und Qigong beschäftigt, findet in Leber 14 ein gutes Beispiel dafür, wie die TCM einen Punkt am seitlichen Brustkorb mit größeren Themen wie Qi-Fluss, Leber-Regulation, Atmung, emotionaler Spannung und bewusster Körperwahrnehmung verbindet.

Hinweis zur Einordnung

Die Inhalte dieser Seite basieren auf den Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

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