Lunge 7 (LU 7) Lieque – Bedeutung, Lage, Wirkung und Anwendung des Akupunkturpunkts

Lunge 7 (LU 7), auch als Lieque bezeichnet, ist ein wichtiger Akupunkturpunkt des Lungen-Meridians in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Aufgrund seiner Lage am daumenseitigen Unterarm nahe dem Handgelenk wird er traditionell mit dem Verlauf des Lungen-Meridians, dem Handgelenk, dem Unterarm, dem Hals-Nacken-Bereich, dem Brustraum und der Regulation von Lungen-Qi verbunden.

Innerhalb des Lungen-Meridians nimmt Lieque eine besondere Stellung ein. Der Punkt gilt als Luo-Verbindungspunkt des Lungen-Meridians und als Öffnungspunkt des Konzeptionsgefäßes, auch Ren Mai genannt. Außerdem wird LU 7 traditionell als Kommandopunkt für Kopf und Nacken beschrieben.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Bedeutung Lunge 7 in der TCM hat, wo sich der Punkt befindet, welche Funktionen ihm traditionell zugeschrieben werden und welche Rolle er im Zusammenhang mit Qigong, Akupressur, Atmung, Kopf-Nacken-Bereich und bewusster Körperwahrnehmung spielen kann.

Wenn du Lu 7 im Zusammenhang mit Qigong, Atmung und Handgelenks-Wahrnehmung erkunden möchtest, findest du in meiner Qigong-Kraftquelle einfache Anleitungen für zu Hause.

Möchtest du regelmäßig Qigong-Übungen und Impulse erhalten? Kostenlos starten →

Was bedeutet Lieque?

Der Name Lieque wird häufig mit „Gebrochene Sequenz“, „Zerbrochene Reihe“ oder „Zerbrochene Ordnung“ übersetzt. Die Übersetzung wirkt zunächst ungewöhnlich, passt aber gut zur besonderen Stellung dieses Punktes innerhalb des Lungen-Meridians.

„Lie“ kann mit gebrochen, getrennt oder gespalten übersetzt werden. „Que“ kann Lücke, Spalt oder Unterbrechung bedeuten. Gemeinsam entsteht das Bild einer Unterbrechung oder eines Öffnens in einer Linie.

Diese Bezeichnung passt zur Lage von LU 7 am Unterarm, wo sich der Verlauf des Lungen-Meridians verzweigt und über seine Luo-Verbindung traditionell eine Beziehung zum Dickdarm-Meridian hergestellt wird.

Der Name kann daher als Hinweis darauf verstanden werden, dass an diesem Punkt eine Verbindung, Öffnung oder Umleitung im Meridiansystem beschrieben wird. Lieque ist somit nicht nur ein Punkt am Handgelenk, sondern ein traditioneller Verbindungspunkt zwischen Lunge, Dickdarm, Ren Mai, Kopf-Nacken-Bereich und oberem Körper.

Wo liegt Lunge 7 (LU 7)?

Lunge 7 befindet sich am daumenseitigen Unterarm nahe dem Handgelenk. Traditionell wird der Punkt etwa 1,5 Cun oberhalb der Handgelenksfalte lokalisiert, oberhalb des Griffelfortsatzes der Speiche, also des Radius.

Vereinfacht gesagt liegt LU 7 auf der Daumenseite des Unterarms, etwas oberhalb des Handgelenks, in einer kleinen Vertiefung nahe dem Knochen.

Eine bekannte praktische Orientierung ist das Überkreuzen der Hände: Wenn du Daumen und Zeigefinger beider Hände locker überkreuzt, landet die Zeigefingerspitze einer Hand häufig ungefähr auf Lunge 7 der anderen Seite. Diese Methode dient nur als grobe Orientierung und ersetzt keine genaue anatomische Lokalisation.

Eine einfache Orientierung:

  • Handgelenksfalte auf der Daumenseite ertasten
  • Griffelfortsatz der Speiche wahrnehmen
  • etwa 1,5 Cun Richtung Ellenbogen gehen
  • kleine Vertiefung nahe dem Knochen suchen
  • sanft und ohne Druck tasten

Der Punkt liegt nicht direkt auf der Handgelenksfalte, sondern etwas oberhalb davon. Da die genaue Lage von Unterarmlänge, Sehnenverlauf, Knochenform und individueller Anatomie abhängt, sollte die exakte Punktbestimmung für therapeutische Zwecke durch entsprechend ausgebildete Fachpersonen erfolgen.

Für die Selbstwahrnehmung reicht es aus, den daumenseitigen Unterarm sanft zu spüren. Es geht nicht um intensive Punktbehandlung, sondern um achtsame Wahrnehmung von Unterarm, Handgelenk, Atem, Brustraum und innerer Ruhe.

Die Bedeutung von Lunge 7 im Meridiansystem

Lunge 7 liegt auf dem Lungen-Meridian. Dieser Meridian gehört zum Hand-Taiyin und verläuft traditionell vom Brustbereich über die Innenseite des Arms bis zum Daumen.

Durch seine Lage am Unterarm befindet sich Lieque auf einem wichtigen Abschnitt des Lungen-Meridians. Der Punkt verbindet aus traditioneller Sicht Brustraum, Schulter, Arm, Handgelenk, Daumen, Kopf, Nacken und Hals miteinander.

Besonders bedeutsam ist seine Einordnung als Luo-Verbindungspunkt. Luo-Punkte stellen in der TCM traditionell Verbindungen zu gekoppelten Meridianen her. Im Fall von Lunge 7 betrifft dies die Beziehung zwischen Lungen-Meridian und Dickdarm-Meridian.

Zusätzlich gilt LU 7 als Öffnungspunkt des Ren Mai. Der Ren Mai, auch Konzeptionsgefäß genannt, verläuft auf der Körpervorderseite und wird traditionell mit Yin, Brustraum, Bauchraum, Atem, Mitte und innerer Sammlung verbunden.

Lunge 7 steht damit für mehrere Ebenen gleichzeitig: Lungen-Meridian, Luo-Verbindung, Ren Mai, Kopf-Nacken-Bereich, Handgelenk, Unterarm, Atmung, Taiyin-System und innere Regulation nach TCM-Verständnis.

Welche Funktionen werden Lunge 7 in der TCM zugeschrieben?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Lunge 7 vor allem mit folgenden Funktionen in Verbindung gebracht:

  • Regulation des Lungen-Qi nach TCM-Verständnis
  • Harmonisierung des Lungen-Meridians
  • Befreiung der Oberfläche nach traditioneller Zuordnung
  • Unterstützung des Wei-Qi im TCM-Modell
  • Öffnung und Harmonisierung des Ren Mai
  • Verbindung von Lungen- und Dickdarm-Meridian
  • Unterstützung des freien Qi-Flusses im Kopf- und Nackenbereich
  • Harmonisierung von Hals, Nacken und Brustraum
  • Absenkung von aufsteigendem Lungen-Qi nach klassischer Beschreibung
  • Regulation der Wasserwege nach traditioneller Einordnung
  • Förderung von Loslassen, Weite und innerer Ordnung

Dabei betrachtet die TCM Beschwerden niemals isoliert. Ein einzelner Akupunkturpunkt wird immer im Zusammenhang mit dem gesamten energetischen Muster eines Menschen gesehen. Deshalb wird Lunge 7 in der therapeutischen Praxis häufig mit weiteren Punkten kombiniert.

Die genannten Funktionen sind traditionelle Zuschreibungen der TCM. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Bei welchen Beschwerden wird Lunge 7 traditionell eingesetzt?

Lunge 7 wird traditionell vor allem bei Beschwerden im Verlauf des Lungen-Meridians sowie bei Themen im Bereich von Kopf, Nacken, Hals, Brustraum, Unterarm und Handgelenk berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem:

  • Spannungsgefühle im Halsbereich nach TCM-Verständnis
  • Nackensteifigkeit nach traditioneller Einordnung
  • Beschwerden im Kopf-Nacken-Bereich nach klassischer TCM-Beschreibung
  • Gefühl von Enge im Brustbereich
  • Husten nach traditioneller TCM-Einordnung
  • Kurzatmigkeit nach traditioneller Betrachtung
  • verstopfte Nase oder Fließschnupfen nach TCM-Verständnis
  • Disharmonien des Lungen-Qi
  • Gefühl von Blockade im oberen Körperbereich
  • Spannungen im Unterarm- und Handgelenksbereich
  • Beschwerden im Verlauf des Lungen-Meridians
  • Ungleichgewicht im Taiyin-System
  • Disharmonien im Zusammenhang mit dem Ren Mai nach TCM-Verständnis
  • Störungen der Wasserwege nach klassischer TCM-Beschreibung

Wichtig ist jedoch: Die TCM arbeitet nicht allein nach Symptomen. Zwei Menschen mit ähnlichen Beschwerden können aus traditioneller Sicht unterschiedliche Ursachen und unterschiedliche energetische Muster haben. Deshalb kann auch die Behandlung unterschiedlich ausfallen.

Bei Brustschmerzen, Atemnot, Druckgefühl mit Ausstrahlung, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden, Fieber, blutigem Auswurf, starkem Husten, Schwindel, Herzrasen, starken Kopfschmerzen, neurologischen Symptomen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Verletzungen am Handgelenk oder anhaltenden Beschwerden sollte grundsätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden.

Möchtest du Qigong strukturiert und unter Anleitung erlernen? Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen meine zertifizierten Online-Präventionskurse:
Je nach Kasse ist eine Erstattung von bis zu 100 % möglich.
Präventionskurse entdecken →

Lunge 7 als Luo-Verbindungspunkt

Lunge 7 ist der Luo-Verbindungspunkt des Lungen-Meridians. Luo-Punkte haben in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine besondere Bedeutung, weil sie Verbindungen zwischen gekoppelten Meridianen herstellen.

Beim Lungen-Meridian besteht die traditionelle Kopplung zum Dickdarm-Meridian. Diese Beziehung gehört zum Metall-Element und verbindet unter anderem Lunge, Dickdarm, Oberfläche, Haut, Atmung, Loslassen und Abgrenzung.

Als Luo-Verbindungspunkt wird Lieque deshalb nicht nur im Verlauf des Lungen-Meridians betrachtet. Der Punkt steht auch für die Kommunikation zwischen Lungen- und Dickdarm-Meridian.

Diese Verbindung kann aus TCM-Sicht besonders dann eine Rolle spielen, wenn Themen im Bereich von Atmung, Oberfläche, Kopf, Gesicht, Hals, Nacken, Armverlauf oder Loslassen betrachtet werden.

Diese Zusammenhänge sind als traditionelle energetische Betrachtung zu verstehen. Sie ersetzen keine medizinische Abklärung oder Behandlung.

Lunge 7 als Öffnungspunkt des Ren Mai

Lunge 7 ist traditionell der Öffnungspunkt des Ren Mai, auch Konzeptionsgefäß genannt. Der Ren Mai gehört zu den außerordentlichen Gefäßen und verläuft auf der Vorderseite des Körpers.

In der TCM wird der Ren Mai mit Yin, Körpervorderseite, Brustraum, Bauchraum, Mitte, Atmung, innerer Sammlung und nährender Regulation verbunden.

Als Öffnungspunkt des Ren Mai erhält LU 7 eine besondere Bedeutung. Der Punkt verbindet den Lungen-Meridian am Unterarm mit einem Gefäß, das über die Körpervorderseite verläuft und zentrale Bereiche wie Brust, Bauch und Unterleib in der traditionellen Betrachtung miteinander verbindet.

Häufig wird LU 7 in der klassischen Praxis mit Niere 6 kombiniert, weil diese Kombination traditionell den Ren Mai und Yin-Aspekte des Körpers anspricht.

Für Qigong ist dieser Bezug sehr interessant: Der Atem, die Körpervorderseite, die Mitte, der Unterbauch und das Dantian stehen in vielen Übungen miteinander in Verbindung. Lieque kann deshalb als Punkt verstanden werden, der Hand, Atem und Körpermitte symbolisch verbindet.

Lunge 7 als Kommandopunkt für Kopf und Nacken

Lunge 7 wird in der TCM auch als Kommandopunkt für Kopf und Nacken beschrieben. Diese traditionelle Zuordnung macht den Punkt besonders interessant, obwohl er selbst am Unterarm nahe dem Handgelenk liegt.

Die TCM betrachtet den Körper nicht nur lokal. Ein Punkt am Unterarm kann über den Meridianverlauf, Luo-Verbindungen und traditionelle Funktionsbezüge mit entfernten Körperregionen verbunden sein.

Bei LU 7 betrifft dies besonders Kopf, Nacken, Hals und Gesicht. Deshalb wird Lieque klassisch im Zusammenhang mit Nackensteifigkeit, Halsbereich, Kopfraum, Nase und oberem Körperbereich erwähnt.

Im Qigong lässt sich der Bezug sehr gut praktisch nutzen: Wenn Hände, Handgelenke und Unterarme weich werden, können auch Schultern, Nacken und Atemraum leichter entspannen.

Lunge 7 und der Lungen-Funktionskreis

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Lunge nicht nur als Organ im westlich-medizinischen Sinn betrachtet. Der Lungen-Funktionskreis beschreibt ein größeres energetisches System.

Traditionell wird die Lunge mit Atmung, Qi-Aufnahme, Verteilung von Qi, Haut, Körperoberfläche, Wei-Qi, Loslassen, Klarheit, Flüssigkeitsverteilung und emotionalen Themen wie Traurigkeit oder Rückzug verbunden.

Lunge 7 liegt am Unterarm nahe dem Handgelenk und steht innerhalb dieses Systems für Verbindung, Öffnung und Regulation. Der Punkt zeigt, dass der Lungen-Meridian nicht nur im Brustkorb betrachtet wird, sondern über Schulter, Arm, Handgelenk und Daumen weiterzieht.

Dabei geht es nicht um eine isolierte Wirkung auf ein Organ. Vielmehr betrachtet die TCM den Zusammenhang von Atmung, Brustraum, Haut, Oberfläche, Wasserwegen, Kopf-Nacken-Bereich, Armspannung und innerem Zustand.

Im Qigong kann dieser Zusammenhang sanft erfahrbar werden: Wenn der Atem ruhiger fließt, die Schultern sinken und die Hände weich werden, kann sich auch innerlich mehr Weite entwickeln.

Lunge 7 und Wei-Qi

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Lunge mit Wei-Qi verbunden. Wei-Qi wird häufig als schützende Energie der Körperoberfläche beschrieben.

Dabei handelt es sich um ein traditionelles TCM-Konzept und nicht um eine westlich-medizinische Beschreibung des Immunsystems. Wei-Qi steht sinnbildlich für die Fähigkeit des Körpers, sich nach außen abzugrenzen, die Oberfläche zu regulieren und mit äußeren Einflüssen umzugehen.

Lunge 7 wird traditionell mit der Befreiung der Oberfläche und der Regulation des Lungen-Qi in Verbindung gebracht. Deshalb wird der Punkt in der klassischen TCM häufig betrachtet, wenn äußere Einflüsse, Hals, Nase, Nacken oder die Oberfläche im Fokus stehen.

Für die Qigong-Praxis lässt sich dieser Gedanke gut übertragen. Ein ruhiger Atem, weiche Schultern und entspannte Hände können helfen, sich klarer, präsenter und besser bei sich selbst zu fühlen.

Lunge 7 und das Metall-Element

Der Lungen-Meridian gehört in der Traditionellen Chinesischen Medizin gemeinsam mit dem Dickdarm-Meridian zum Metall-Element. Dieses Element wird traditionell mit Klarheit, Struktur, Abgrenzung, Haut, Oberfläche, Atmung und Loslassen verbunden.

Lunge 7 ist als Luo-Verbindungspunkt besonders eng mit dieser gekoppelten Metall-Beziehung verbunden. Der Punkt verbindet traditionell den Lungen-Meridian mit dem Dickdarm-Meridian.

Dadurch wird Lieque häufig im Zusammenhang mit Themen wie Loslassen, Abgrenzung, Oberfläche, Atem, Kopf-Nacken-Bereich und innerer Ordnung betrachtet.

Im Qigong wird diese Qualität nicht erzwungen. Der Atem darf kommen und gehen. Die Schultern sinken. Die Handgelenke werden weich. Die Hände lösen sich. Dadurch kann sich das Gefühl von Klarheit und innerer Ordnung allmählich entwickeln.

Lunge 7 und der Unterarm

Lunge 7 liegt am daumenseitigen Unterarm oberhalb des Handgelenks. Diese Region wird im Alltag stark beansprucht: beim Schreiben, Tippen, Greifen, Halten, Stützen und Bedienen von Geräten.

Der Unterarm verbindet Ellenbogen, Handgelenk und Hand. Gleichzeitig ist er Teil des Lungen-Meridians, der vom Brustraum über den Arm bis zum Daumen verläuft.

Aus Sicht der TCM wird Lieque daher nicht isoliert am Unterarm betrachtet, sondern als Teil einer Verbindung von Brustraum, Schulter, Arm, Hand, Daumen, Hals und Kopfbereich.

Für die Selbstwahrnehmung kann LU 7 helfen, den Unterarm und das Handgelenk bewusster zu spüren. Gerade im Qigong ist diese Linie wichtig, weil die Hände nicht festhalten, sondern weich und durchlässig bleiben sollen.

Lunge 7 und Handgelenk, Daumen und Greifen

Lunge 7 liegt nahe am Handgelenk und auf der Daumenseite des Unterarms. Dadurch hat der Punkt einen deutlichen Bezug zu Handgelenk, Daumen, Greifen und Loslassen.

Viele Menschen halten im Alltag unbewusst Spannung in Händen und Daumen. Beim Arbeiten am Computer, beim Handygebrauch oder beim Festhalten von Gegenständen kann der daumenseitige Unterarm fest werden.

Aus Sicht der TCM kann sich diese Spannung auf den freien Fluss im Lungen-Meridian auswirken. Der Meridian endet am Daumen, sodass die Verbindung zwischen Brustraum, Unterarm und Daumen besonders anschaulich wird.

Im Qigong dürfen Hände und Daumen weich bleiben. Die Finger sind weder kraftlos noch angespannt. Sie folgen der Bewegung, ohne festzuhalten. Lieque kann in diesem Zusammenhang als Erinnerung dienen, dass Loslassen oft in den Händen beginnt.

Lunge 7 und der Kopf-Nacken-Bereich

Obwohl Lunge 7 am Unterarm liegt, wird der Punkt traditionell mit Kopf und Nacken verbunden. Diese Zuordnung gehört zu den klassischen Besonderheiten von LU 7.

Aus TCM-Sicht können Meridianverläufe und Funktionsbeziehungen entfernte Körperregionen miteinander verbinden. Bei Lieque betrifft dies vor allem den Hals, Nacken, Kopf, Gesicht und die Nase.

Viele Menschen spüren Stress im Nacken oder halten den Kopf angespannt nach vorne. Gleichzeitig sind Hände und Unterarme durch Tippen, Greifen oder Festhalten aktiv. Der Körper arbeitet als Einheit.

Im Qigong kann diese Verbindung bewusst gelöst werden: Hände weich werden lassen, Unterarme entspannen, Schultern sinken, Nacken lang werden lassen und den Atem ruhig beobachten.

Diese Maßnahmen ersetzen keine Behandlung, können aber helfen, mehr Körperbewusstsein in den Alltag zu bringen.

Lunge 7 und Atmung

Auch wenn Lunge 7 am Unterarm nahe dem Handgelenk liegt, wird der Punkt traditionell mit dem Lungen-Qi und damit auch mit Atmung verbunden. Das hängt mit dem Verlauf des Lungen-Meridians zusammen, der im Brustbereich beginnt und über den Arm bis zum Daumen zieht.

Im Alltag wird die Verbindung zwischen Atem und Hand oft unterschätzt. Wenn wir angespannt sind, greifen die Hände fester, die Schultern heben sich, und der Atem wird flacher.

Im Qigong werden Arm- und Handbewegungen häufig mit ruhiger Atmung verbunden. Die Hände steigen, sinken, öffnen oder schließen sich, während der Atem natürlich fließt.

Lieque kann dabei als Erinnerung dienen, Handgelenk, Daumen, Unterarm und Atemraum gemeinsam wahrzunehmen. Es geht nicht um forcierte Atemtechnik, sondern um ein ruhiges, natürliches Verbinden von Atem, Arm, Hand und Körpermitte.

Anwendung von Lunge 7 in der Akupressur

Lunge 7 liegt am daumenseitigen Unterarm nahe dem Handgelenk und ist grundsätzlich gut erreichbar. Da sich in dieser Region Sehnen, Nerven, Blutgefäße und empfindliche Gewebestrukturen befinden, sollte die Selbstakupressur sanft und achtsam erfolgen.

Im Mittelpunkt steht nicht kräftiger Druck, sondern eine angenehme Wahrnehmung von Unterarm, Handgelenk und Atem.

Eine mögliche sanfte Vorgehensweise:

  1. Setze dich aufrecht und entspannt hin.
  2. Lass die Schultern locker sinken.
  3. Lege den Unterarm entspannt ab.
  4. Ertaste die Handgelenksfalte auf der Daumenseite.
  5. Gehe etwa 1,5 Cun in Richtung Ellenbogen.
  6. Suche die kleine Vertiefung oberhalb des Griffelfortsatzes der Speiche.
  7. Lege die Fingerkuppe sanft auf den Punkt.
  8. Atme ruhig und gleichmäßig.
  9. Übe nur leichten bis mäßigen, angenehmen Druck aus.
  10. Halte den Punkt etwa 20 bis 40 Sekunden.
  11. Löse die Berührung langsam wieder.

Alternativ kannst du den daumenseitigen Unterarm sanft ausstreichen. Die Bewegung sollte ruhig, weich und angenehm sein.

Wichtig ist: Die Anwendung sollte niemals schmerzhaft sein. Vermeide tiefes Drücken, starkes Reiben oder Behandlung bei empfindlichem Gewebe.

Bei Verletzungen, Schwellungen, Entzündungen, Blutergüssen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln, starken Schmerzen, Gefäßproblemen oder ungeklärten Beschwerden am Handgelenk sollte keine Selbstbehandlung erfolgen, sondern ärztlicher Rat eingeholt werden.

Lunge 7 im Zusammenhang mit Qigong

Im Qigong spielen Brustraum, Atmung, Schultern, Arme, Handgelenke und Hände eine wichtige Rolle. Viele Übungen bestehen aus weichen, ruhigen Armbewegungen, die den Atemraum öffnen und den Körper in eine gelöste Aufrichtung führen.

Der Bereich um Lunge 7 kann im Qigong besonders bewusst wahrgenommen werden, wenn Handgelenke und Daumen nicht festgehalten werden, sondern weich und lebendig bleiben.

Besonders hilfreich können Übungen und Impulse sein, die:

  • die Schultern entspannen
  • die Unterarme weich werden lassen
  • die Handgelenke lösen
  • die Daumen entspannen
  • die Finger natürlich öffnen
  • den Brustraum sanft weiten
  • den Atem ruhig wahrnehmen
  • die Ausatmung loslassen
  • den Nacken lang werden lassen
  • die Aufmerksamkeit in die Körpermitte führen

Dabei steht nicht die Behandlung einzelner Beschwerden im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, Atmung, Haltung, Bewegung und innere Ruhe miteinander zu verbinden.

Wenn Handgelenke, Schultern und Hände weich werden dürfen, kann der Atem freier fließen. Dadurch entsteht häufig ein Gefühl von mehr Raum, Weite und innerer Ausgeglichenheit.

Welche Rolle spielt Lunge 7 für den Lungen-Meridian?

Der Lungen-Meridian beginnt im Brustbereich und zieht von dort über Schulter, Innenseite des Arms, Handgelenk und Daumen. Lunge 7 liegt am Unterarm nahe dem Handgelenk und damit auf einem wichtigen Abschnitt dieser Leitbahn.

Dadurch markiert Lieque eine Verbindung von Atmung, Brustraum, Schulter, Unterarm, Handgelenk, Daumen, Kopf und Nacken. Diese Verbindung ist im Qigong gut erfahrbar: Wenn die Schultern weich werden, die Handgelenke gelöst bleiben und die Hände entspannen, kann sich auch der Atem freier anfühlen.

LU 7 steht für Verbindung, Öffnung und Regulation innerhalb des Lungen-Meridians. Als Luo-Verbindungspunkt, Öffnungspunkt des Ren Mai und Kommandopunkt für Kopf und Nacken erhält Lieque eine besondere Bedeutung im Meridiansystem.

Gerade im Qigong wird diese Verbindung spürbar. Wenn der Atem ruhiger wird, die Hände weich bleiben und der Nacken lang wird, kann der gesamte obere Körperbereich freier wirken.

Lunge 7 und Bildschirmarbeit

Bei Bildschirmarbeit bleiben Handgelenke, Unterarme, Schultern und Nacken oft lange in ähnlicher Position. Die Hände liegen auf Tastatur oder Maus, die Daumen sind angespannt, die Schultern runden sich, und der Kopf schiebt sich nach vorne.

Auch der daumenseitige Unterarm kann dadurch fest oder überlastet wirken. Genau dort liegt Lunge 7 auf dem Verlauf des Lungen-Meridians.

Aus Sicht der TCM kann sich in solchen Situationen der freie Fluss von Qi im Brust-Arm-Hand-Verlauf eingeschränkt anfühlen. Der Lungen-Meridian und der Kopf-Nacken-Bereich werden deshalb in solchen Zusammenhängen traditionell mit betrachtet.

Lunge 7 kann als Erinnerung dienen, während der Bildschirmarbeit regelmäßig Hände, Unterarme, Nacken und Atem bewusst wahrzunehmen.

Einfache Impulse können sein:

  • beide Füße bewusst auf den Boden stellen
  • Schultern sinken lassen
  • Handgelenke kurz ausschütteln
  • Daumen und Finger entspannen
  • Unterarme weich ablegen
  • Nacken lang werden lassen
  • Brustraum sanft aufrichten
  • ruhig durch die Nase atmen
  • den Blick in die Ferne lösen
  • kurz aufstehen und gehen

Diese Maßnahmen ersetzen keine Behandlung, können aber helfen, mehr Körperbewusstsein in den Arbeitsalltag zu bringen.

Lunge 7 und Loslassen

Der Lungen-Meridian wird in der TCM häufig mit dem Thema Loslassen verbunden. Diese Zuordnung ist nicht nur körperlich gemeint, sondern auch im übertragenen Sinn zu verstehen.

Loslassen bedeutet, Spannung zu lösen, den Atem nicht festzuhalten und wieder mehr Raum entstehen zu lassen. Bei Lunge 7 wird dieses Thema besonders über Handgelenk, Daumen, Unterarm, Nacken und Brustraum spürbar.

Viele Menschen halten Spannung in den Händen. Die Daumen greifen, die Handgelenke sind fest, die Schultern ziehen nach oben, oder der Nacken bleibt angespannt.

Lunge 7 kann daran erinnern, dass Loslassen oft im Kleinen beginnt. Der Daumen darf weich werden. Das Handgelenk darf nachgeben. Die Schultern dürfen sinken. Der Atem darf kommen und gehen.

Im Qigong wird Loslassen nicht erzwungen. Es entsteht durch Wahrnehmen, Atmen und sanfte Bewegung. Wenn Hände und Handgelenke weicher werden, darf auch der restliche Körper Schritt für Schritt Spannung abgeben.

Sicherheitshinweise zu Lunge 7

Lunge 7 liegt am daumenseitigen Unterarm nahe dem Handgelenk. In dieser Region befinden sich Sehnen, Nerven, Blutgefäße, Knochenstrukturen und empfindliche Gewebebereiche. Deshalb ist bei jeder Form der Selbstanwendung Vorsicht wichtig.

Bitte beachte:

  • keinen starken oder schmerzhaften Druck ausüben
  • nicht direkt stark auf Gefäße oder empfindliche Strukturen drücken
  • keine intensive Massage bei akuten Handgelenksbeschwerden
  • keine Anwendung bei Verletzungen, Blutergüssen oder Schwellungen
  • keine Anwendung auf entzündeter oder gereizter Haut
  • keine Selbstbehandlung bei Taubheitsgefühlen oder Kribbeln
  • keine Anwendung bei starken oder ungeklärten Schmerzen
  • bei Gefäßproblemen oder deutlicher Druckempfindlichkeit ärztlichen Rat einholen
  • bei starken Kopfschmerzen, neurologischen Symptomen oder Schwindel medizinisch abklären lassen
  • bei Brustschmerzen, Atemnot oder starken Atembeschwerden medizinisch abklären lassen
  • bei starken, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen

Eine Akupunkturbehandlung an diesem Punkt sollte ausschließlich durch qualifizierte Therapeutinnen oder Therapeuten erfolgen. In der Nähe von Handgelenk, Unterarmsehnen und Gefäß-Nerven-Strukturen ist fachliche Sorgfalt wichtig.

Bei der Selbstanwendung reicht oft eine sanfte Berührung, ruhige Atmung und achtsame Wahrnehmung des daumenseitigen Unterarms aus.

Fazit: Lunge 7 (LU 7) Lieque

Klassische Ergänzungen zu Lieque: DI 4 Hegu liegt am Handrücken auf der Dickdarm-Seite und wird traditionell gemeinsam mit Lu 7 berücksichtigt – eine bekannte Kombination für den Kopf- und Nackenbereich. Auf dem Lungen-Meridian selbst folgt am Handgelenk Lu 9 Taiyuan als Yuan-Quellpunkt.

Lunge 7 (LU 7) Lieque ist ein wichtiger Akupunkturpunkt des Lungen-Meridians und liegt am daumenseitigen Unterarm etwa 1,5 Cun oberhalb der Handgelenksfalte. Der Name wird häufig mit „Gebrochene Sequenz“ oder „Zerbrochene Reihe“ übersetzt und verweist auf die besondere Verbindung und Öffnung, die diesem Punkt in der TCM zugeschrieben wird.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Lunge 7 mit dem Lungen-Meridian, dem Taiyin-System, dem Luo-System, dem Ren Mai, dem Metall-Element, Lungen-Qi, Wei-Qi, Oberfläche, Kopf-Nacken-Bereich, Wasserwegen, Handgelenk, Daumen und innerer Regulation verbunden.

Für die Selbstanwendung ist eine vorsichtige, sanfte Herangehensweise sinnvoll. Kräftiger Druck, tiefe Massage oder Behandlung bei Beschwerden am Handgelenk sollten vermieden werden. Bei starken, unklaren oder anhaltenden Beschwerden ist medizinische Abklärung wichtig.

Im Zusammenhang mit Qigong zeigt Lunge 7 sehr anschaulich, wie Brustraum, Atmung, Schultern, Unterarme, Handgelenke, Daumen, Nacken und innere Spannung miteinander verbunden sein können. Wenn die Schultern sinken, die Hände weich werden und der Atem ruhig fließt, kann sich der gesamte obere Körperbereich freier und entspannter anfühlen.

Wer sich näher mit Meridianen, Akupunkturpunkten und Qigong beschäftigt, findet in Lunge 7 ein gutes Beispiel dafür, wie die TCM einen Punkt am Unterarm mit größeren Themen wie Qi-Fluss, Atmung, Ren Mai, Kopf-Nacken-Bereich, Loslassen und bewusster Körperwahrnehmung verbindet.

Hinweis zur Einordnung

Die Inhalte dieser Seite basieren auf den Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder medizinische Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine qualifizierte Fachperson.

→ Zurück zur Übersicht: Lungen-Meridian