Leber 8 (LE 8), auch als Ququan bezeichnet, ist ein wichtiger Punkt des Leber-Meridians in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Aufgrund seiner Lage an der Innenseite des Knies wird er traditionell mit dem Leber-Meridian, der Beininnenseite, dem Knie, dem unteren Körperbereich und der Regulation von Qi, Blut und Yin in Verbindung gebracht.
Innerhalb der TCM nimmt Leber 8 eine besondere Stellung ein. Er gilt als He-Meer-Punkt des Leber-Meridians und wird dem Wasser-Element zugeordnet. He-Meer-Punkte werden traditionell als Stellen betrachtet, an denen das Qi eines Meridians tiefer in den Körper eintritt.
In diesem Beitrag erfährst du, welche Bedeutung Leber 8 in der TCM hat, wo sich der Punkt befindet, welche Funktionen ihm traditionell zugeschrieben werden und welche Rolle er im Zusammenhang mit Qigong, Akupressur und bewusster Körperwahrnehmung spielen kann.
Wenn du LE 8 im Zusammenhang mit Qigong, Atmung und Kniebeweglichkeit erkunden möchtest, findest du in meiner Qigong-Kraftquelle einfache Anleitungen für zu Hause.
Was bedeutet Ququan?
Der Name Ququan wird häufig mit „Quelle an der Biegung“, „Quelle in der Beuge“ oder „Quelle am gekrümmten Ort“ übersetzt. Der Name verweist direkt auf die Lage des Punktes im Bereich des gebeugten Knies.
„Qu“ kann mit Biegung oder Krümmung übersetzt werden. „Quan“ bedeutet Quelle. Gemeint ist also eine Quelle in einer Körperbeuge – in diesem Fall an der inneren Seite der Kniebeuge.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin haben Punktnamen häufig eine bildhafte Bedeutung. Sie beschreiben nicht nur die anatomische Lage, sondern auch die energetische Qualität eines Punktes. Bei Ququan steht der Übergang zwischen Bewegung und Sammlung im Vordergrund.
Das Knie ist ein Gelenk, das Beugen und Strecken ermöglicht. Gleichzeitig trägt es beim Stehen und Gehen einen großen Teil des Körpergewichts. Leber 8 liegt genau an dieser wichtigen Übergangszone zwischen Oberschenkel, Knie und Unterschenkel.
Ququan beschreibt daher nicht nur einen Punkt an der Kniebeuge. Der Name verweist auch auf die traditionelle Bedeutung dieses Bereichs für Beweglichkeit, Tiefe, Regulation und den Fluss des Leber-Meridians.
Wo liegt Leber 8 (LE 8)?
Leber 8 befindet sich an der Innenseite des Knies. Der Punkt wird bei gebeugtem Knie am inneren Ende der Kniekehlenfalte lokalisiert, in einer Vertiefung vor den Sehnen an der Knieinnenseite.
Vereinfacht gesagt findest du LE 8, wenn du dein Knie leicht beugst und an der inneren Seite der Kniebeuge tastest. Dort, wo die Kniekehlenfalte innen endet und eine kleine weiche Vertiefung spürbar ist, wird Ququan traditionell lokalisiert.
Der Punkt liegt nicht direkt auf der Kniescheibe und nicht mitten in der Kniekehle, sondern am inneren Rand der Kniebeuge. In dieser Region befinden sich Sehnen, Muskeln, Gefäße, Nerven und empfindliche Gelenkstrukturen.
Da die genaue Lokalisation von der individuellen Anatomie abhängt, sollte die exakte Punktbestimmung für therapeutische Zwecke durch entsprechend ausgebildete Fachpersonen erfolgen.
Für die Selbstwahrnehmung reicht es aus, die innere Knieregion sanft zu spüren. Es geht dabei nicht um eine millimetergenaue Punktbehandlung, sondern um eine achtsame Wahrnehmung von Knie, Beininnenseite und Stand.
Die Bedeutung von Leber 8 im Meridiansystem
Leber 8 liegt auf dem Leber-Meridian. Dieser Meridian beginnt am großen Zeh und verläuft über den Fußrücken, den Innenknöchel, die Innenseite des Unterschenkels, das Knie, die Innenseite des Oberschenkels und weiter in Richtung Becken, Unterbauch und Brustraum.
Durch seine Lage an der Innenseite des Knies befindet sich Leber 8 auf einem wichtigen Abschnitt dieses Meridianverlaufs. Der Punkt verbindet aus traditioneller Sicht die innere Unterschenkellinie mit der Oberschenkelinnenseite und dem weiteren Verlauf des Leber-Meridians in Richtung Becken.
Als He-Meer-Punkt hat Ququan eine besondere Bedeutung. He-Meer-Punkte werden in der TCM traditionell als Punkte betrachtet, an denen das Qi eines Meridians tiefer und umfassender wirkt. Sie werden häufig mit inneren Funktionskreisen und tieferen Regulationsprozessen in Verbindung gebracht.
Leber 8 wird außerdem dem Wasser-Element zugeordnet. Dadurch wird der Punkt traditionell mit nährenden, kühlenden, sammelnden und regulierenden Qualitäten verbunden.
Welche Funktionen werden Leber 8 in der TCM zugeschrieben?
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Leber 8 vor allem mit folgenden Funktionen in Verbindung gebracht:
- Harmonisierung des Leber-Meridians
- Unterstützung von Leber-Blut und Leber-Yin nach TCM-Verständnis
- Regulation des unteren Körperbereichs nach traditioneller Zuordnung
- Unterstützung bei Feuchtigkeit-Hitze im unteren Erwärmer nach TCM-Verständnis
- Verbindung zur Beininnenseite und zum Knie
- Lösen von energetischer Stagnation im Leber-Meridian
- Unterstützung von Sehnen und Beweglichkeit nach traditioneller Einordnung
- Förderung von Sammlung, Ruhe und innerer Regulation
Dabei betrachtet die TCM Beschwerden niemals isoliert. Ein einzelner Akupunkturpunkt wird immer im Zusammenhang mit dem gesamten energetischen Muster eines Menschen gesehen. Deshalb wird Leber 8 in der therapeutischen Praxis häufig mit weiteren Punkten kombiniert.
Die genannten Funktionen sind traditionelle Zuschreibungen der TCM. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Bei welchen Beschwerden wird Leber 8 traditionell eingesetzt?
Leber 8 wird traditionell vor allem bei Beschwerden im Verlauf des Leber-Meridians, im Bereich von Knie, Beininnenseite, Unterbauch, Becken und bei bestimmten Mangel- oder Feuchtigkeitsmustern nach TCM-Verständnis berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem:
- Beschwerden an der Innenseite des Knies
- Spannungsgefühle an der Beininnenseite
- Beschwerden im Bereich von Knie und Oberschenkelinnenseite
- Steifigkeit oder eingeschränkte Beweglichkeit des Knies
- Schweregefühl im unteren Körperbereich nach TCM-Verständnis
- Beschwerden im Unterbauch nach traditioneller Zuordnung
- Menstruationsbeschwerden nach klassischer TCM-Einordnung
- Beschwerden im Beckenbereich nach TCM-Verständnis
- Harnwegsbeschwerden nach traditioneller Betrachtung
- Beschwerden im Genitalbereich nach klassischer Zuordnung
- Trockenheits- oder Mangelzeichen nach TCM-Verständnis
Wichtig ist jedoch: Die TCM arbeitet nicht allein nach Symptomen. Zwei Menschen mit ähnlichen Beschwerden können aus traditioneller Sicht unterschiedliche Ursachen und unterschiedliche energetische Muster haben. Deshalb kann auch die Behandlung unterschiedlich ausfallen.
Bei starken, plötzlich auftretenden oder ungeklärten Beschwerden, bei Knieschwellungen, Instabilität, Verletzungen, Unterbauchschmerzen, Blutungen, Harnwegsbeschwerden, gynäkologischen Beschwerden, neurologischen Symptomen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder anhaltenden Schmerzen sollte grundsätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden.
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Leber 8 als He-Meer-Punkt
Leber 8 ist der He-Meer-Punkt des Leber-Meridians. He-Meer-Punkte haben in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine besondere Bedeutung. Sie werden traditionell als Stellen betrachtet, an denen das Qi eines Meridians tiefer in den Körper eintritt und sich sammelt.
Während die Punkte an Fingern und Zehen häufig sehr dynamisch wirken sollen, werden He-Meer-Punkte eher mit Tiefe, innerer Regulation und Verbindung zu den zugehörigen Funktionskreisen verbunden.
Bei Ququan betrifft dies den Leber-Meridian und den Leber-Funktionskreis. Dieser wird traditionell mit dem freien Fluss von Qi, mit Blut, Yin, Sehnen, Augen, innerer Ausgeglichenheit und Spannungsregulation verbunden.
Als He-Meer-Punkt steht Leber 8 deshalb für eine eher nährende, regulierende und sammelnde Qualität innerhalb des Leber-Meridians.
Diese Zusammenhänge sind als traditionelle energetische Betrachtung zu verstehen. Sie ersetzen keine medizinische Abklärung oder Behandlung.
Leber 8 und das Wasser-Element
Leber 8 wird in der TCM dem Wasser-Element zugeordnet. Diese Zuordnung ist besonders interessant, weil der Leber-Funktionskreis selbst traditionell dem Holz-Element entspricht.
Das Wasser-Element steht in der TCM für Tiefe, Ruhe, Sammlung, Regeneration und nährende Qualitäten. Innerhalb des Leber-Meridians kann Leber 8 daher als Punkt verstanden werden, der nicht nur Bewegung und Qi-Fluss unterstützt, sondern auch nährt und beruhigt.
In klassischen Beschreibungen wird Ququan häufig mit Leber-Blut und Leber-Yin in Verbindung gebracht. Diese Begriffe beschreiben aus TCM-Sicht nährende und ausgleichende Aspekte des Leber-Funktionskreises.
Es handelt sich dabei nicht um Blutwerte oder westlich-medizinische Laborbefunde, sondern um traditionelle energetische Qualitäten innerhalb der TCM.
Leber 8 und Leber-Blut und Leber-Yin
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Leber-Blut und Leber-Yin als nährende, beruhigende und ausgleichende Qualitäten beschrieben. Sie stehen traditionell mit Augen, Sehnen, Beweglichkeit, Schlaf, innerer Ruhe und der Regulation von Spannung in Verbindung.
Leber 8 wird häufig als Punkt betrachtet, der diese nährenden Qualitäten des Leber-Funktionskreises unterstützt. Dadurch unterscheidet er sich in seiner traditionellen Bedeutung etwas von stärker bewegenden Punkten wie Leber 2 oder Leber 3.
Während Leber 2 und Leber 3 häufig mit dem Bewegen von Qi, dem Klären von Hitze oder dem Lösen von Stagnation verbunden werden, steht Leber 8 eher für Sammlung, Nährung und tieferen Ausgleich.
Diese Einordnung kann im Qigong gut aufgenommen werden: Nicht jede Übung muss aktivierend sein. Manchmal geht es darum, weicher zu werden, Kraft zu sammeln, den Atem zu beruhigen und dem Körper wieder mehr Ruhe zu geben.
Leber 8 und das Knie
Leber 8 liegt direkt an der Innenseite des Knies. Das Knie ist ein zentrales Gelenk für Stand, Gehen, Aufrichten und Absinken. Es vermittelt zwischen Fuß, Unterschenkel, Oberschenkel und Becken.
Viele Menschen spüren am Knie erst dann etwas, wenn es schmerzt, steif wird oder sich unsicher anfühlt. Aus Sicht der Körperwahrnehmung lohnt es sich jedoch, das Knie viel früher bewusst wahrzunehmen: als Gelenk, das Stabilität und Beweglichkeit miteinander verbindet.
Aus Sicht der TCM verläuft der Leber-Meridian über die Innenseite des Knies. Deshalb wird Ququan traditionell auch bei Beschwerden in dieser Region berücksichtigt.
Im Qigong ist die Knieposition besonders wichtig. Die Knie sollen weich bleiben, nicht starr durchgedrückt werden und nicht nach innen fallen. Eine ruhige, stabile Beinachse unterstützt den gesamten Körper.
Leber 8 und der untere Körperbereich aus Sicht der TCM
Der Leber-Meridian verläuft vom Fuß über die Beininnenseite weiter in Richtung Becken, Unterbauch und Brustraum. Deshalb wird Leber 8 traditionell nicht nur lokal am Knie betrachtet, sondern auch mit dem unteren Körperbereich in Verbindung gebracht.
In klassischen Beschreibungen wird Ququan unter anderem im Zusammenhang mit Unterbauch, Becken, Harnwegen, Genitalbereich und gynäkologischen Themen erwähnt. Dabei handelt es sich um traditionelle TCM-Zuordnungen, nicht um westlich-medizinische Diagnosen.
Aus Sicht der TCM können Beschwerden im unteren Körperbereich mit verschiedenen Mustern verbunden sein. Dazu gehören beispielsweise Qi-Stagnation, Feuchtigkeit, Hitze, Blut-Muster, Yin-Mangel oder ein Ungleichgewicht verschiedener Funktionskreise.
Leber 8 kann traditionell in solchen Bereichen berücksichtigt werden, ersetzt aber keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Leber 8 und Feuchtigkeit-Hitze nach TCM-Verständnis
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Begriffe wie „Feuchtigkeit“ und „Hitze“ verwendet, um bestimmte energetische Muster zu beschreiben. Sie sind nicht mit westlich-medizinischen Diagnosen gleichzusetzen.
Feuchtigkeit wird traditionell mit Schwere, Trägheit, Ansammlung oder einem Gefühl von Fülle verbunden. Hitze beschreibt eher dynamische, reizende oder aufsteigende Qualitäten. Wenn beide Muster gemeinsam auftreten, spricht die TCM von Feuchtigkeit-Hitze.
Leber 8 wird in klassischen Beschreibungen häufig mit der Regulation von Feuchtigkeit-Hitze im unteren Körperbereich in Verbindung gebracht. Diese traditionelle Zuordnung erklärt, warum Ququan bei bestimmten Beschwerden im Becken-, Harnwegs- oder Genitalbereich erwähnt wird.
Solche Beschwerden sollten jedoch immer medizinisch abgeklärt werden, insbesondere wenn Schmerzen, Entzündungen, Fieber, Blutungen, Ausfluss, Brennen oder anhaltende Symptome auftreten.
Anwendung von Leber 8 in der Akupressur
Leber 8 liegt an der Innenseite des Knies und ist für die Akupressur grundsätzlich erreichbar. Da der Bereich empfindlich sein kann und in der Nähe von Gelenk, Sehnen, Gefäßen und Nerven liegt, sollte jede Anwendung sanft und achtsam erfolgen.
Im Mittelpunkt steht nicht kräftiger Druck, sondern eine angenehme Wahrnehmung der inneren Knieregion.
Eine mögliche sanfte Vorgehensweise:
- Setze dich bequem hin.
- Beuge das Knie leicht.
- Spüre das innere Ende der Kniekehlenfalte.
- Lege die Fingerkuppe sanft in die kleine Vertiefung an der Knieinnenseite.
- Atme ruhig und gleichmäßig.
- Übe nur leichten, angenehmen Druck aus.
- Achte darauf, dass das Knie entspannt bleibt.
- Löse die Berührung langsam wieder.
Alternativ kannst du die innere Knieregion und die Beininnenseite sanft mit der Handfläche ausstreichen. Die Bewegung sollte ruhig, weich und angenehm sein.
Wichtig ist: Die Anwendung sollte niemals schmerzhaft sein. Vermeide starken Druck, intensive Reibung oder Behandlung bei akuten Kniebeschwerden.
Während der Schwangerschaft sollte dieser Punkt wegen seiner traditionellen Verbindung zum unteren Körperbereich nicht gezielt oder intensiv stimuliert werden, es sei denn unter fachkundiger Anleitung.
Bei Schwellungen, Entzündungen, Verletzungen, Krampfadern, Taubheitsgefühlen, Kribbeln, starken Schmerzen oder ungeklärten Kniebeschwerden sollte keine Selbstbehandlung erfolgen, sondern ärztlicher Rat eingeholt werden.
Leber 8 im Zusammenhang mit Qigong
Im Qigong spielen Füße, Beine, Knie, Becken und Atmung eine zentrale Rolle. Sie verbinden den Körper mit dem Boden und schaffen die Grundlage für ruhige, fließende Bewegung.
Leber 8 liegt an der Innenseite des Knies auf dem Verlauf des Leber-Meridians. Diese Region kann im Qigong besonders bewusst wahrgenommen werden, wenn die Füße stabil stehen, die Knie weich bleiben und das Becken entspannt ist.
Die Knie sind im Qigong weder starr noch kraftlos. Sie bleiben lebendig, beweglich und gut in die gesamte Körperachse eingebunden. Dadurch kann der Körper stabil stehen, ohne sich festzuhalten.
Besonders hilfreich können Übungen sein, die:
- die Füße bewusst spüren lassen
- die Knie weich werden lassen
- die Beininnenseiten entspannen
- das Becken locker halten
- den Atem in den Bauchraum sinken lassen
- das Gewicht ruhig verlagern
- die Haltung aufrichten
- innere Spannung sanft loslassen
Dabei steht nicht die Behandlung einzelner Beschwerden im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, Stand, Atmung, Bewegung und innere Ruhe miteinander zu verbinden.
Wenn die Knie weich und zugleich stabil werden, kann sich der ganze Körper leichter aufrichten und der Atem ruhiger fließen.
Welche Rolle spielt Leber 8 für den Leber-Meridian?
Der Leber-Meridian beginnt am großen Zeh und verläuft von dort über den Fußrücken, den Innenknöchel, die Innenseite des Unterschenkels, das Knie, den Oberschenkel und weiter in Richtung Becken, Bauch und Brustraum.
Leber 8 liegt an der Innenseite des Knies und damit auf einem wichtigen Abschnitt dieses Meridianverlaufs. Als He-Meer-Punkt und Wasser-Punkt nimmt Ququan eine besondere Stellung ein.
Dadurch steht Leber 8 für mehrere Ebenen gleichzeitig: inneres Knie, Beininnenseite, Leber-Meridian, Unterbauch, Beckenbereich, Leber-Blut, Leber-Yin und energetische Regulation nach TCM-Verständnis.
Gerade im Qigong wird diese Verbindung erfahrbar. Wenn die Füße bewusst stehen, die Knie weich bleiben und die Beininnenseiten entspannen, kann der gesamte Körper stabiler und zugleich freier wirken.
Leber 8 und innere Ruhe
Der Leber-Funktionskreis wird in der TCM traditionell mit dem freien Fluss von Qi und der Regulation von Spannung verbunden. Gleichzeitig spielen Leber-Blut und Leber-Yin eine wichtige Rolle für Nährung, Ruhe und Ausgleich.
Leber 8 wird traditionell eher mit diesen nährenden und regulierenden Qualitäten verbunden. Der Punkt kann deshalb im TCM-Kontext auch im Zusammenhang mit innerer Sammlung und Beruhigung betrachtet werden.
Es handelt sich dabei um traditionelle Beschreibungen aus dem Denkmodell der TCM, nicht um medizinische Wirkversprechen.
Im Qigong kann innere Ruhe sanft über den Körper entstehen. Die Füße spüren, die Knie weich werden lassen, den Atem vertiefen, die Schultern lösen und den Blick entspannen – all das kann helfen, den Körper aus einem Zustand von Festhalten in mehr Weite und Ruhe zu führen.
Leber 8 und langes Sitzen
Langes Sitzen kann dazu führen, dass Knie, Beine und Becken weniger bewusst wahrgenommen werden. Die Knie bleiben über längere Zeit gebeugt, die Beininnenseiten werden kaum bewegt, und die Verbindung zu den Füßen tritt in den Hintergrund.
Aus Sicht der TCM kann dadurch der freie Fluss von Qi im unteren Körperbereich beeinträchtigt wirken. Besonders die Beininnenseite und der Verlauf des Leber-Meridians können in der traditionellen Betrachtung mit Spannung, Schweregefühl oder Stagnation verbunden werden.
Leber 8 liegt genau auf dieser inneren Beinlinie. Der Punkt kann deshalb im Alltag als Erinnerung dienen, die Knie regelmäßig sanft zu bewegen und die Verbindung zwischen Füßen, Beinen und Becken bewusster wahrzunehmen.
Einfache Maßnahmen können sein:
- regelmäßiges Aufstehen
- kurze Gehpausen
- sanftes Beugen und Strecken der Knie
- bewusste Gewichtsverlagerungen
- weiches Ausschütteln der Beine
- ruhiges Atmen in den Bauchraum
- achtsames Spüren der Füße am Boden
Diese Maßnahmen ersetzen keine Behandlung, können aber helfen, mehr Bewusstsein für Beine, Knie und Stand zu entwickeln.
Sicherheitshinweise zu Leber 8
Leber 8 liegt an der Innenseite des Knies. In dieser Region befinden sich Gelenkstrukturen, Sehnen, Muskeln, Gefäße und Nerven. Deshalb ist bei jeder Form der Selbstanwendung Vorsicht wichtig.
Bitte beachte:
- keinen starken oder schmerzhaften Druck ausüben
- keine intensive Reibung bei empfindlicher Haut
- keine Anwendung bei akuten Knieverletzungen
- keine Anwendung bei Schwellung, Rötung oder Überwärmung
- keine Selbstbehandlung bei Taubheitsgefühlen oder Kribbeln
- keine gezielte intensive Stimulation in der Schwangerschaft ohne fachkundige Anleitung
- keine Anwendung bei ausgeprägten Krampfadern oder Gefäßproblemen ohne ärztliche Rücksprache
- bei starken, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden medizinisch abklären lassen
Eine Akupunkturbehandlung an diesem Punkt sollte ausschließlich durch qualifizierte Therapeutinnen oder Therapeuten erfolgen.
Bei der Selbstanwendung reicht oft eine sanfte Berührung, ruhige Atmung und achtsame Wahrnehmung der inneren Knieregion aus.
Fazit: Leber 8 (LE 8) Ququan
Klassisches Yin-Yang-Kniepaar: GB 34 Yanglingquan liegt gegenüber am Knieaußen und gehört zum Gallenblasen-Meridian – gemeinsam mit Ququan an der Knieinnenseite bilden beide eine sehr traditionelle Holz-Kombination für Kniebeweglichkeit. Am Oberschenkel folgt LE 9 Yinbao.
Leber 8 (LE 8) Ququan ist ein wichtiger Punkt des Leber-Meridians und liegt an der Innenseite des Knies, am inneren Ende der Kniekehlenfalte. Der Name wird häufig mit „Quelle an der Biegung“ übersetzt und verweist auf die Lage in der Kniebeuge.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Leber 8 mit dem Leber-Meridian, der Beininnenseite, dem Knie, dem unteren Körperbereich, Leber-Blut, Leber-Yin und innerer Regulation verbunden. Als He-Meer-Punkt und Wasser-Punkt nimmt Ququan innerhalb des Meridiansystems eine besondere Stellung ein.
Für die Selbstanwendung ist eine vorsichtige, sanfte Herangehensweise sinnvoll. Kräftiger Druck, schmerzhafte Massage oder intensive Stimulation bei Knie- oder Beinbeschwerden sollten vermieden werden.
Im Zusammenhang mit Qigong zeigt Leber 8 sehr anschaulich, wie Füße, Knie, Beininnenseiten, Becken, Atmung und innere Ruhe miteinander verbunden sein können. Wenn die Knie weich werden, die Beine stabil stehen und der Atem tiefer sinkt, kann sich der gesamte Körper ruhiger und zugleich freier ausrichten.
Wer sich näher mit Meridianen, Akupunkturpunkten und Qigong beschäftigt, findet in Leber 8 ein gutes Beispiel dafür, wie die TCM einen Punkt an der Knieinnenseite mit größeren Themen wie Qi-Fluss, Nährung, innerer Regulation und bewusster Bewegung verbindet.
Hinweis zur Einordnung
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine medizinischen Aussagen dar. Es werden keine Heilwirkungen versprochen und keine therapeutische Wirksamkeit beansprucht. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
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