Prof. Zhang Guangde: Begründer des Daoyin Yangsheng Gong

Prof. Zhang Guangde gilt als Begründer des Daoyin Yangsheng Gong. Er entwickelte ein umfangreiches Qigong-System, das traditionelle Daoyin-Prinzipien, Bewegung, Atmung, Aufmerksamkeit und Bezüge zur Traditionellen Chinesischen Medizin miteinander verbindet.

Sein Ansatz ist bis heute für viele Qigong-Übende bedeutsam, weil er alte chinesische Übungstraditionen in ein klar strukturiertes, methodisch aufgebautes System gebracht hat. Daoyin Yangsheng Gong ist dadurch nicht nur eine einzelne Übungsreihe, sondern ein ganzer Methodenzyklus mit unterschiedlichen Formen und Schwerpunkten.

Für das Verständnis des Daoyin Yangsheng Gong ist Zhang Guangde deshalb zentral. Seine Arbeit zeigt, wie traditionelle Lebenspflege, moderne Bewegungslehre und gesundheitsorientiertes Qigong miteinander verbunden werden können.

Möchtest du regelmäßig Qigong-Übungen und Impulse erhalten? Kostenlos starten →

Wer war Prof. Zhang Guangde?

Prof. Zhang Guangde war ein chinesischer Qigong- und Wushu-Lehrer, Forscher und Hochschullehrer. Verschiedene Quellen beschreiben ihn als Professor bzw. Forscher an der Beijing University of Physical Education beziehungsweise Beijing Sport University und als Begründer des Daoyin Yangsheng Gong.

Er beschäftigte sich intensiv mit Bewegung, chinesischer Kampfkunst, traditioneller Übungspraxis und der Verbindung von Körper, Atem und innerer Aufmerksamkeit. Aus dieser Verbindung heraus entwickelte er das Daoyin Yangsheng Gong als eigenes Qigong-System.

Dabei ging es ihm nicht nur um schöne Bewegungen. Die Übungen sollten systematisch aufgebaut, gut erlernbar und in ihrer inneren Qualität nachvollziehbar sein. Bewegung, Atmung, Vorstellungskraft und die Denkweise der Traditionellen Chinesischen Medizin wurden miteinander verbunden.

Prof. Zhang Guangde verstarb 2022 in Peking. Viele seiner Übungsreihen werden bis heute in China und international unterrichtet.

Die Verbindung zur Beijing Sport University

Daoyin Yangsheng Gong ist eng mit der Beijing Sport University verbunden. Nach Darstellung der britischen DYYSG-Organisation entwickelte Zhang Guangde das Dao Yin Yang Sheng Gong während seiner Tätigkeit in der Wushu-Abteilung der Beijing University of Physical Education.

Das ist für die Einordnung wichtig. Daoyin Yangsheng Gong entstand nicht als lose Sammlung einzelner Übungen, sondern in einem Umfeld, in dem Bewegung, Wushu, Körperbildung und Forschung eine wichtige Rolle spielten.

Dadurch bekam das System eine besondere Struktur. Die Übungen wurden nicht nur aus traditioneller Sicht betrachtet, sondern auch methodisch geordnet und unterrichtbar gemacht. Für heutige Qigong-Lehrer ist gerade diese Verbindung wertvoll: Die Formen haben traditionelle Wurzeln, lassen sich aber klar und systematisch vermitteln.

Auch die deutsche Daoyin-Yangsheng-Gong-Vereinigung beschreibt das System als von Prof. Zhang Guangde an der Beijing Sport University entwickelten Methodenzyklus des Qigong.

Warum entstand Daoyin Yangsheng Gong?

Daoyin Yangsheng Gong entstand aus dem Wunsch, traditionelle chinesische Übungsprinzipien in ein verständliches, gesundheitsorientiertes System zu bringen. Der Begriff Daoyin verweist auf Führen, Leiten, Dehnen und Bewegen. Yangsheng steht für Lebenspflege.

Zhang Guangde verband diese Ideen mit seiner Erfahrung aus Wushu, Bewegungslehre und traditionellen Gesundheitskonzepten. So entstand ein System, das nicht nur einzelne Bewegungen aneinanderreiht, sondern nach bestimmten Prinzipien aufgebaut ist.

Die Übungen sollen den Körper nicht überfordern. Sie arbeiten mit ruhiger Bewegung, sanfter Dehnung, bewusster Atmung und innerer Aufmerksamkeit. Im traditionellen Verständnis werden sie häufig mit Meridianen, Funktionskreisen, Yin und Yang oder den fünf Wandlungsphasen in Verbindung gebracht.

Wichtig ist dabei eine vorsichtige moderne Einordnung: Diese Bezüge gehören zum traditionellen Modell. Sie helfen, Bewegungen, Körperlinien und Übungsqualitäten zu verstehen. Sie sollten jedoch nicht als medizinische Heilversprechen verstanden werden.

Die zweite tragende Säule – Yangsheng – wird ausführlich im Beitrag zur Idee der Lebenspflege im Yangsheng.

Traditionelle Wurzeln: Daoyin und Yangsheng

Zhang Guangde griff mit seinem System auf ältere chinesische Übungstraditionen zurück. Daoyin gehört zu den historischen Grundlagen vieler späterer Qigong-Formen. Es beschreibt das bewusste Führen, Leiten, Dehnen und Bewegen des Körpers.

Yangsheng bedeutet Lebenspflege. Damit ist eine Haltung gemeint, bei der Bewegung, Ruhe, Atmung, Ernährung, Alltag, Jahreszeiten und innere Ausgeglichenheit zusammen betrachtet werden können.

Daoyin Yangsheng Gong verbindet diese beiden Ebenen: Der Körper wird durch Bewegung und Dehnung geführt, während die Praxis zugleich der Lebenspflege dient. Das macht das System besonders interessant. Es ist weder reine Gymnastik noch reine Meditation, sondern eine Verbindung aus beidem.

Diese Verbindung ist auch für moderne Übende wertvoll. Die Übungen bleiben körperlich greifbar, führen aber zugleich zu einer feineren Wahrnehmung von Atem, Haltung und innerer Sammlung.

Wer die Wurzeln des Begriffs vertiefen möchte, findet den Begriff Daoyin einfach erklärt.

Die Rolle der Traditionellen Chinesischen Medizin

Daoyin Yangsheng Gong ist stark von der Denkweise der Traditionellen Chinesischen Medizin geprägt. Viele Übungsreihen werden traditionell bestimmten Funktionskreisen, Meridianen oder Körperqualitäten zugeordnet.

Dabei ist wichtig: Ein TCM-Funktionskreis ist nicht identisch mit einem anatomischen Organ im westlich-medizinischen Sinn. Wenn von Herz-Qigong, Leber-Qigong oder Nieren-Qigong gesprochen wird, geht es um traditionelle Zuordnungen, nicht um eine direkte medizinische Behandlung dieser Organe.

Zhang Guangde entwickelte ein System, in dem solche Zuordnungen zur Übungsorientierung dienen können. Sie helfen, den Fokus der Aufmerksamkeit zu setzen: auf bestimmte Körperräume, Bewegungsrichtungen, Atemqualitäten oder innere Haltungen.

Statt einer Formulierung wie „Diese Übung wirkt gegen …“ ist eine zurückhaltende Sprache angemessen: Im traditionellen Verständnis wird eine Übungsreihe dem jeweiligen Funktionskreis zugeordnet. So bleibt die TCM-Einordnung erhalten, ohne Heilversprechen zu formulieren.

Möchtest du Qigong strukturiert und unter Anleitung erlernen? Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen meine zertifizierten Online-Präventionskurse:
Je nach Kasse ist eine Erstattung von bis zu 100 % möglich.
Präventionskurse entdecken →

Daoyin Yangsheng Gong als Gesundheits-Qigong

Daoyin Yangsheng Gong wird häufig dem Gesundheits-Qigong zugerechnet. Verschiedene Quellen beschreiben das System als gesundheitsorientiertes beziehungsweise medizinisch orientiertes Qigong. Zhang Guangdes Methode war in China offiziell anerkannt und wurde auch in Krankenhäusern sowie Sanatorien eingesetzt.

Diese Einordnung zeigt, welchen Stellenwert das System in China und international bekommen hat. Gleichzeitig ist im deutschsprachigen Ratgeberkontext eine vorsichtige Sprache wichtig. Nur weil eine Methode in China im medizinischen Umfeld eingesetzt wurde, bedeutet das nicht, dass konkrete gesundheitliche Wirkungen versprochen werden dürfen.

Auf dieser Website wird Daoyin Yangsheng Gong vor allem als achtsame Übungspraxis zur Schulung von Bewegung, Atmung, Körperwahrnehmung und innerer Sammlung verstanden. Die traditionelle Einordnung als Gesundheits-Qigong bleibt sichtbar, wird aber nicht als Heilversprechen formuliert.

Ein umfangreicher Methodenzyklus

Daoyin Yangsheng Gong ist kein einzelnes Übungsprogramm. Es umfasst verschiedene Reihen und Methoden mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die deutsche DYYSG-Vereinigung spricht von einem Methodenzyklus des Qigong, der von Zhang Guangde entwickelt wurde.

Zu den bekannten Reihen gehören unter anderem die 8 Brokate im Daoyin-Yangsheng-Gong-Kontext, das Gesundheitsschützende Qigong beziehungsweise Daoyin Baojian Gong sowie verschiedene Organreihen, die traditionell bestimmten Funktionskreisen zugeordnet werden.

Gerade diese Vielfalt macht das System interessant. Es gibt allgemeine Reihen zur Lebenspflege, aber auch spezifischer ausgerichtete Formen mit TCM-Bezug. Manche dieser Reihen sind in China als eigenständige Prüfungs- und Unterrichtsprogramme etabliert.

Wie sich dieses System von anderen chinesischen Übungswegen unterscheidet, zeigt der Vergleich mit Qigong, 8 Brokaten und Tai Chi.

Bedeutung für modernes Qigong

Die Arbeit von Zhang Guangde ist für modernes Qigong wichtig, weil sie traditionelle Übungskultur systematisiert und vermittelbar gemacht hat. Viele Qigong-Formen werden mündlich weitergegeben und können je nach Lehrer stark variieren. Daoyin Yangsheng Gong besitzt dagegen eine klare methodische Struktur.

Das bedeutet nicht, dass die Übungen starr oder rein technisch wären. Im Gegenteil: Die äußere Form ist nur ein Teil. Entscheidend sind Bewegungsqualität, Atem, Aufmerksamkeit und innere Sammlung.

Gerade für Menschen, die Qigong nicht nur intuitiv, sondern auch methodisch verstehen möchten, bietet Daoyin Yangsheng Gong einen wertvollen Zugang. Es verbindet klare Formen mit einer feinen inneren Praxis.

Auch für Lehrerinnen und Lehrer ist das System interessant, weil es didaktisch gut aufgebaut werden kann: vom einfachen Bewegungsprinzip über die Übungsreihe bis zur tieferen TCM-Einordnung.

Die Weitergabe im deutschsprachigen Raum

Daoyin Yangsheng Gong wird auch im deutschsprachigen Raum unterrichtet. Für meine eigene Vertiefung sind die Seminare bei Dr. Li Xiaoqiu eine wichtige Quelle. Er gehört zur direkten Lehrerlinie von Zhang Guangde und vermittelt im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren Bewegungsprinzipien, Atem und innere Qualität sehr genau.

Diese Verbindung ist mir wichtig, weil sie die Herkunft der Übungen respektiert und zugleich einen klaren, methodisch nachvollziehbaren Zugang ermöglicht.

Warum Zhang Guangdes Arbeit für meine Praxis wichtig ist

Für meine eigene Qigong-Arbeit ist Zhang Guangdes Ansatz deshalb wichtig, weil er Tradition und moderne Vermittlung verbindet. Die Übungen haben einen klaren Aufbau, lassen sich gut dosieren und können präventionsorientiert vermittelt werden.

Besonders die 8 Brokate nach dem Ansatz des Daoyin Yangsheng Gong bilden eine wertvolle Grundlage. Sie verbinden einfache Bewegungsformen mit Atmung, Aufmerksamkeit, Dehnung und innerer Sammlung.

In meiner Vermittlung geht es nicht darum, klassische Übungsreihen therapeutisch zu überhöhen. Mir ist wichtig, die traditionellen Bezüge zu respektieren und zugleich verantwortungsvoll, klar und alltagstauglich zu unterrichten.

Das bedeutet: Die Übungen werden angepasst, wenn nötig vereinfacht und immer mit Blick auf Körperwahrnehmung, Bewegungsqualität und gute Dosierung geübt.

Häufige Missverständnisse über Zhang Guangde und sein System

Ein Missverständnis besteht darin, Daoyin Yangsheng Gong nur als medizinisches Qigong zu sehen. Zwar hat das System eine deutliche gesundheitsorientierte und TCM-bezogene Ausrichtung. Trotzdem sollte es nicht auf Heilwirkung reduziert werden.

Ein anderes Missverständnis ist, die Übungen nur äußerlich zu betrachten. Die Form ist wichtig, aber sie ist nicht alles. Ohne Atem, Aufmerksamkeit und innere Führung bleibt die Übung oberflächlich.

Auch die Vielfalt des Systems wird manchmal unterschätzt. Daoyin Yangsheng Gong ist mehr als eine einzelne bekannte Reihe. Es umfasst verschiedene Methoden, die jeweils eigene Schwerpunkte haben.

Schließlich sollte man Zhang Guangdes Arbeit nicht als starres Regelwerk verstehen. Gerade die Tiefe des Systems zeigt sich darin, dass die Prinzipien lebendig geübt, angepasst und verantwortungsvoll vermittelt werden können.

Verbindung zum Pillar: Daoyin Yangsheng Gong

Prof. Zhang Guangde ist die zentrale Person hinter dem Daoyin Yangsheng Gong. Wer das System verstehen möchte, sollte wissen, wie es entstanden ist und warum es als strukturierter Methodenzyklus des Gesundheits-Qigong gilt.

Einen Überblick über Ursprung, Bedeutung, Übungsreihen und Praxis findest du im Beitrag:

→ Daoyin Yangsheng Gong einfach erklärt: Ursprung, Bedeutung und Praxis

Fazit: Zhang Guangde als Begründer eines tiefen Qigong-Systems

Prof. Zhang Guangde hat mit dem Daoyin Yangsheng Gong ein umfangreiches und systematisches Qigong-System geschaffen. Es verbindet traditionelle Daoyin- und Yangsheng-Prinzipien mit Bewegung, Atmung, Aufmerksamkeit und TCM-orientierter Körperwahrnehmung.

Seine Arbeit ist deshalb bedeutsam, weil sie Qigong nicht nur als einzelne Übungsform versteht, sondern als methodisch aufgebauten Weg der Lebenspflege. Bewegung, innere Sammlung und traditionelle Einordnung greifen ineinander.

Für die heutige Praxis ist dieser Ansatz sehr wertvoll: Daoyin Yangsheng Gong kann klar unterrichtet, gut dosiert und verantwortungsvoll vermittelt werden – ohne Leistungsdruck und ohne Heilversprechen.