Luo-Verbindungspunkte gehören zu den besonderen Akupunkturpunkten der Traditionellen Chinesischen Medizin. Der Begriff Luo wird häufig mit „Verbindung“, „Netzwerk“ oder „Verzweigung“ übersetzt.
Nach dem traditionellen Meridianmodell zweigt an einem Luo-Punkt ein sogenanntes Luo-Gefäß vom Hauptmeridian ab. Bei den zwölf Hauptmeridianen wird dieses Gefäß mit dem jeweils gekoppelten Yin- oder Yang-Meridian in Verbindung gebracht.
Ein Beispiel ist Lunge 7 – Lieque: Der Punkt ist der Luo-Verbindungspunkt des Lungen-Meridians. Traditionell wird von hier eine Verbindung zum gekoppelten Dickdarm-Meridian beschrieben. Lunge 7 wird daher in der klassischen Punktlehre nicht nur dem Lungen-Meridian, sondern auch der Beziehung zwischen Lunge und Dickdarm zugeordnet.
Für Qigong-Übende können Luo-Punkte vor allem als Orientierung für die Verbindung verschiedener Körperbereiche dienen. Statt einzelne Stellen kräftig zu stimulieren, lassen sich Hände, Füße, Arme, Beine und Körpermitte als zusammenhängende Bewegungslinien wahrnehmen. Der übergeordnete Rahmen dieser Punktlehre wird im Beitrag Akupunkturpunkte in TCM und Qigong ausführlich beschrieben.
Was bedeutet Luo?
Das chinesische Schriftzeichen Luo beschreibt ein Netz, eine Verzweigung oder eine verbindende Struktur.
Innerhalb der traditionellen Meridianlehre wird unterschieden zwischen:
- den zwölf Hauptmeridianen,
- kleineren Luo-Gefäßen,
- feinen Verzweigungen,
- oberflächlichen und tiefer verlaufenden Verbindungen.
Dabei handelt es sich um ein traditionelles Ordnungsmodell. Anatomisch nachweisbare Gefäße, Nerven oder Gewebestrukturen lassen sich nicht eindeutig mit den beschriebenen Luo-Bahnen gleichsetzen.
Moderne Untersuchungen beschäftigen sich unter anderem mit möglichen Zusammenhängen zwischen Akupunkturpunkten, Bindegewebe, Nerven, Gefäßen und interstitiellen Gewebsräumen. Ein allgemein bestätigtes anatomisches Luo-System wurde dadurch bislang jedoch nicht nachgewiesen.
Wie viele Luo-Verbindungspunkte gibt es?
In der gebräuchlichen traditionellen Einteilung werden 15 Luo-Verbindungspunkte unterschieden:
- zwölf Luo-Punkte der Hauptmeridiane,
- ein Luo-Punkt des Konzeptionsgefäßes,
- ein Luo-Punkt des Lenkergefäßes,
- der große Luo-Punkt des Milz-Meridians.
Die WHO hat die Namen, Codes und anatomischen Lagen der klassischen Akupunkturpunkte standardisiert. Die Einteilung als Luo-, Ursprung-, Xi- oder anderer Sonderpunkt gehört hingegen zur traditionellen Punktlehre.
Die zwölf Luo-Punkte der Hauptmeridiane
| Meridian | Luo-Verbindungspunkt | Chinesischer Name |
|---|---|---|
| Lungen-Meridian | LU 7 | Lieque |
| Dickdarm-Meridian | DI 6 | Pianli |
| Magen-Meridian | MA 40 | Fenglong |
| Milz-Meridian | MI 4 | Gongsun |
| Herz-Meridian | HE 5 | Tongli |
| Dünndarm-Meridian | DÜ 7 | Zhizheng |
| Blasen-Meridian | BL 58 | Feiyang |
| Nieren-Meridian | NI 4 | Dazhong |
| Herzbeutel-Meridian | PE 6 | Neiguan |
| Dreifacher-Erwärmer-Meridian | 3E 5 | Waiguan |
| Gallenblasen-Meridian | GB 37 | Guangming |
| Leber-Meridian | LE 5 | Ligou |
Bei jedem dieser Punkte wird traditionell eine Beziehung zum gekoppelten Meridian beschrieben.
Die sechs gekoppelten Meridianpaare sind:
| Yin-Meridian | Yang-Meridian |
|---|---|
| Lunge | Dickdarm |
| Milz | Magen |
| Herz | Dünndarm |
| Niere | Blase |
| Herzbeutel | Dreifacher Erwärmer |
| Leber | Gallenblase |
Die drei zusätzlichen Luo-Punkte
Neben den zwölf Luo-Punkten der Hauptmeridiane werden drei weitere Punkte zu dieser Gruppe gezählt.
Konzeptionsgefäß 15 – Jiuwei
KG 15 beziehungsweise international CV 15 liegt auf der vorderen Körpermittellinie unterhalb des Schwertfortsatzes des Brustbeins.
Der Punkt wird als Luo-Verbindungspunkt des Konzeptionsgefäßes eingeordnet.
Lenkergefäß 1 – Changqiang
LG 1 beziehungsweise international GV 1 befindet sich zwischen Steißbeinspitze und After.
Er gilt als Luo-Verbindungspunkt des Lenkergefäßes.
Milz 21 – Dabao
Milz 21 liegt seitlich am Brustkorb im Bereich des sechsten Zwischenrippenraumes auf Höhe der mittleren Achsellinie.
Der Punkt wird als großer Luo-Punkt der Milz bezeichnet. Traditionell wird ihm eine verbindende Funktion innerhalb des gesamten Körpers zugeschrieben. Die WHO beschreibt SP 21 anatomisch im sechsten Zwischenrippenraum auf der mittleren Achsellinie.
Die Regionen von KG 15, LG 1 und MI 21 sind empfindlicher als viele Punkte an Händen oder Füßen. Sie eignen sich nicht für kräftiges eigenständiges Drücken oder tiefes Massieren.
Die Luo-Punkte im Einzelnen
Lunge 7 – Lieque
Lunge 7 liegt auf der Daumenseite des Unterarms oberhalb des Handgelenks.
Der Punkt ist:
- Luo-Verbindungspunkt des Lungen-Meridians,
- traditionell mit dem Dickdarm-Meridian verbunden,
- zugleich Öffnungspunkt des Konzeptionsgefäßes.
Damit gehört Lunge 7 mehreren Punktgruppen an.
Im Qigong kann die Region über ein weiches Handgelenk, eine entspannte Daumenseite und fließende Armbewegungen einbezogen werden.
Dickdarm 6 – Pianli
Dickdarm 6 befindet sich auf der Außenseite des Unterarms zwischen Handgelenk und Ellenbogen.
Er ist der Luo-Verbindungspunkt des Dickdarm-Meridians und wird traditionell mit dem Lungen-Meridian verbunden.
Für die Qigong-Praxis kann die gesamte Linie vom Zeigefinger über die Daumenseite des Unterarms bis zum Ellenbogen wahrgenommen werden.
Magen 40 – Fenglong
Magen 40 liegt an der vorderen Außenseite des Unterschenkels.
Er ist der Luo-Verbindungspunkt des Magen-Meridians und wird traditionell mit dem Milz-Meridian verbunden.
In der klassischen TCM besitzt Magen 40 eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit dem Begriff „Schleim“. Damit ist ein traditionelles Muster gemeint, das nicht einfach mit sichtbarem Schleim oder einer bestimmten westlichen Diagnose gleichzusetzen ist.
Beim Qigong wird die Region durch Gewichtsverlagerungen, leichtes Beugen der Knie und bewusstes Wahrnehmen der Unterschenkel einbezogen.
Milz 4 – Gongsun
Milz 4 liegt an der Innenseite des Fußes nahe der Basis des ersten Mittelfußknochens.
Der Punkt ist:
- Luo-Verbindungspunkt des Milz-Meridians,
- traditionell mit dem Magen-Meridian verbunden,
- Öffnungspunkt des Chong Mai.
Beim Stehen kann die innere Fußkante wahrgenommen werden, ohne das Gewicht übermäßig nach innen zu verlagern.
Herz 5 – Tongli
Herz 5 befindet sich auf der Kleinfingerseite des Unterarms knapp oberhalb der Handgelenksfalte.
Er ist der Luo-Verbindungspunkt des Herz-Meridians und wird traditionell mit dem Dünndarm-Meridian verbunden.
Die Region bewegt sich bei nahezu jeder Hand- und Unterarmbewegung mit. Im Qigong kann auf eine weiche Kleinfingerseite und ein entspanntes Handgelenk geachtet werden.
Dünndarm 7 – Zhizheng
Dünndarm 7 liegt an der Außenseite des Unterarms zwischen Handgelenk und Ellenbogen.
Er ist der Luo-Verbindungspunkt des Dünndarm-Meridians und wird traditionell mit dem Herz-Meridian verbunden.
Langsames Drehen der Unterarme kann helfen, Innen- und Außenseite der Arme als zusammenhängende Bewegung wahrzunehmen.
Blase 58 – Feiyang
Blase 58 befindet sich an der Rückseite beziehungsweise Außenseite des Unterschenkels.
Der Punkt ist der Luo-Verbindungspunkt des Blasen-Meridians und wird traditionell mit dem Nieren-Meridian verbunden.
Im Qigong wird die Region bei ruhigem Stehen, Fersenbewegungen und Gewichtsverlagerungen angesprochen. Die Waden sollten dabei nicht dauerhaft angespannt werden.
Niere 4 – Dazhong
Niere 4 liegt an der Innenseite des Fußgelenks in der Nähe von Innenknöchel und Achillessehne.
Er ist der Luo-Verbindungspunkt des Nieren-Meridians und wird traditionell mit dem Blasen-Meridian verbunden.
Da sich in diesem Bereich Sehnen, Gefäße und Nerven befinden, ist kräftiges Einklemmen oder bohrender Druck nicht erforderlich.
Herzbeutel 6 – Neiguan
Herzbeutel 6 liegt auf der Innenseite des Unterarms zwischen zwei tastbaren Sehnen.
Der Punkt ist:
- Luo-Verbindungspunkt des Herzbeutel-Meridians,
- traditionell mit dem Dreifachen-Erwärmer-Meridian verbunden,
- Öffnungspunkt des Yin Wei Mai.
PE 6 gehört zu den häufig verwendeten besonderen Akupunkturpunkten. Untersuchungen zu verschiedenen Krankheitsbildern zeigen, dass Luo-Punkte wie PE 6 regelmäßig in Akupunkturbehandlungen eingesetzt werden. Die jeweilige Punktkategorie beweist jedoch keine bestimmte medizinische Wirkung.
Für Qigong kann die innere Unterarmlinie zwischen Handfläche, Handgelenk und Ellenbogen wahrgenommen werden.
Dreifacher Erwärmer 5 – Waiguan
Dreifacher Erwärmer 5 liegt auf der Rückseite des Unterarms oberhalb der Handgelenksfalte.
Er ist:
- Luo-Verbindungspunkt des Dreifachen-Erwärmer-Meridians,
- traditionell mit dem Herzbeutel-Meridian verbunden,
- Öffnungspunkt des Yang Wei Mai.
PE 6 und 3E 5 liegen annähernd gegenüber voneinander auf Innen- und Außenseite des Unterarms.
Bei Drehbewegungen der Hände können beide Regionen gemeinsam wahrgenommen werden.
Gallenblase 37 – Guangming
Gallenblase 37 befindet sich an der Außenseite des Unterschenkels oberhalb des Außenknöchels.
Er ist der Luo-Verbindungspunkt des Gallenblasen-Meridians und wird traditionell mit dem Leber-Meridian verbunden.
Die traditionelle Bezeichnung Guangming wird häufig mit „Helles Licht“ übersetzt. Daraus sollte keine garantierte Wirkung auf Augen oder Sehvermögen abgeleitet werden.
Im Qigong kann die äußere Beinlinie von der Hüfte bis zum Außenknöchel bewusst einbezogen werden.
Leber 5 – Ligou
Leber 5 liegt an der Innenseite des Unterschenkels oberhalb des Innenknöchels.
Er ist der Luo-Verbindungspunkt des Leber-Meridians und wird traditionell mit dem Gallenblasen-Meridian verbunden.
Beim Qigong kann die Innenseite der Beine wahrgenommen werden, ohne die Knie nach innen fallen zu lassen.
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Wie verbinden Luo-Punkte gekoppelte Meridiane?
Nach dem traditionellen Modell besitzt jeder Hauptmeridian einen gekoppelten Partner:
- ein Yin-Meridian,
- ein Yang-Meridian,
- beide derselben Wandlungsphase zugeordnet.
Der Luo-Punkt soll eine Verbindung zwischen diesen beiden Meridianen herstellen.
Beispiele:
- LU 7 verbindet traditionell Lunge und Dickdarm.
- MI 4 verbindet Milz und Magen.
- HE 5 verbindet Herz und Dünndarm.
- NI 4 verbindet Niere und Blase.
- PE 6 verbindet Herzbeutel und Dreifachen Erwärmer.
- LE 5 verbindet Leber und Gallenblase.
Diese Verbindung ist eine Aussage der traditionellen Meridianlehre und kein anatomisch nachgewiesener Gefäßverlauf.
Was ist die Yuan-Luo-Kombination?
Eine klassische Punktkombination verbindet:
- den Ursprungspunkt eines Meridians,
- mit dem Luo-Punkt des gekoppelten Meridians.
Dieses Vorgehen wird häufig als Yuan-Luo-Kombination, Ursprung-Luo-Kombination oder Gastgeber-Gast-Methode bezeichnet.
Ein Beispiel aus der traditionellen Punktlehre:
- Dickdarm 4 ist Ursprungspunkt des Dickdarm-Meridians.
- Lunge 7 ist Luo-Punkt des gekoppelten Lungen-Meridians.
Beide können daher als Yuan-Luo-Paar kombiniert werden.
Ein weiteres Beispiel:
- Lunge 9 ist Ursprungspunkt des Lungen-Meridians.
- Dickdarm 6 ist Luo-Punkt des Dickdarm-Meridians.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen beschreiben diese Kombination als klassische Auswahlmethode. Die klinische Forschung speziell zu Yuan-Luo-Paaren ist jedoch begrenzt und erlaubt keine pauschalen Aussagen über ihre Wirksamkeit.
Luo-Punkte und die fünf antiken Punkte
Luo-Verbindungspunkte bilden eine eigene Gruppe. Sie gehören nicht automatisch zu den fünf antiken Punkten.
Die fünf antiken Punkte sind:
- Brunnenpunkt,
- Quellpunkt,
- Bachpunkt,
- Flusspunkt,
- Meerpunkt.
Ein Punkt kann jedoch mehreren Gruppen gleichzeitig angehören.
Beispiel:
Milz 4 – Gongsun ist:
- Luo-Verbindungspunkt,
- Öffnungspunkt des Chong Mai,
- aber kein Punkt der fünf antiken Punkte.
Herzbeutel 6 – Neiguan ist:
- Luo-Verbindungspunkt,
- Öffnungspunkt des Yin Wei Mai,
- aber ebenfalls kein Five-Shu-Punkt.
Luo-Punkte und Öffnungspunkte
Vier Luo-Punkte gehören gleichzeitig zu den acht Öffnungspunkten der außerordentlichen Gefäße:
| Luo-Punkt | Zugeordnetes außerordentliches Gefäß |
|---|---|
| LU 7 – Lieque | Ren Mai |
| MI 4 – Gongsun | Chong Mai |
| PE 6 – Neiguan | Yin Wei Mai |
| 3E 5 – Waiguan | Yang Wei Mai |
Das zeigt, dass die traditionellen Punktgruppen keine voneinander vollständig getrennten Systeme bilden. Ein Akupunkturpunkt kann mehrere Zuordnungen besitzen.
Luo-Punkte im Qigong wahrnehmen
Für Qigong ist es nicht notwendig, alle Luo-Punkte auswendig zu kennen oder einzeln zu drücken.
Der Grundgedanke der Verbindung lässt sich auch über größere Körperbereiche erfahrbar machen.
Innen- und Außenseite der Arme verbinden
Mehrere Luo-Punkte liegen an den Unterarmen:
- LU 7,
- DI 6,
- HE 5,
- DÜ 7,
- PE 6,
- 3E 5.
Beim langsamen Drehen der Hände wechseln Innen- und Außenseite der Unterarme ihre Ausrichtung.
Die Bewegung kann bewusst von den Fingern über die Handgelenke und Ellenbogen bis zu den Schultern weitergeführt werden.
Innen- und Außenseite der Beine wahrnehmen
An den Unterschenkeln liegen:
- MA 40,
- BL 58,
- NI 4,
- GB 37,
- LE 5.
Die verschiedenen Regionen werden durch Stand, Schrittbewegungen und Gewichtsverlagerungen angesprochen.
Dabei bleibt das Gewicht möglichst gleichmäßig zwischen:
- Fersen und Vorfüßen,
- Innen- und Außenkanten,
- linkem und rechtem Fuß verteilt.
Hände und Füße mit der Körpermitte verbinden
Luo-Punkte befinden sich überwiegend an den äußeren Körperbereichen. KG 15, LG 1 und MI 21 liegen dagegen am Rumpf.
Im Qigong kann eine Bewegung deshalb nicht nur mit Händen oder Füßen ausgeführt werden. Sie wird über Arme, Beine, Becken und Wirbelsäule mit der Körpermitte verbunden.
Gekoppelte Meridianpaare als Bewegungsräume verstehen
Statt sich einen engen Meridianstrich vorzustellen, können größere Körperräume wahrgenommen werden:
- Brust und Arme,
- Bauch und Beine,
- Vorder- und Rückseite,
- Innen- und Außenseite,
- Hände und Füße,
- Oberfläche und Körpermitte.
Das entspricht eher der ganzheitlichen Bewegungsqualität des Qigong als eine angestrengte Suche nach einzelnen Punkten.
Einfache Qigong-Übung für Verbindung und Durchlässigkeit
Stelle dich bequem hin. Die Füße stehen ungefähr hüftbreit.
Lass die Knie weich und richte den Oberkörper entspannt auf.
Hebe beide Hände langsam vor den Körper. Die Handflächen zeigen zunächst nach unten.
Drehe die Hände anschließend nach innen und nach oben. Spüre dabei:
- Handflächen,
- Handrücken,
- Innen- und Außenseiten der Unterarme,
- Ellenbogen,
- Schultern.
Lass die Hände wieder sinken.
Verlagere danach das Gewicht langsam nach links und rechts.
Spüre:
- innere und äußere Fußkanten,
- Innen- und Außenseiten der Unterschenkel,
- Knie,
- Hüften,
- Beckenmitte.
Verbinde anschließend beide Bewegungen:
- Beim Einatmen steigen die Hände.
- Beim Ausatmen sinken sie.
- Das Gewicht bleibt ruhig zwischen beiden Füßen verteilt.
Es ist nicht erforderlich, einen Luo-Punkt deutlich wahrzunehmen. Entscheidend ist die Empfindung einer zusammenhängenden Bewegung. Wenn du solche Bewegungen begleitet lernen möchtest, findest du in meinen Qigong-Übungsvideos der Kraftquelle einfache Anleitungen für zu Hause.
Kann man Luo-Punkte selbst massieren?
Viele Luo-Punkte an Armen, Händen, Beinen und Füßen sind gut erreichbar.
Für eine sanfte Selbstmassage kann folgender Ablauf verwendet werden:
- Den gesamten Bereich zunächst flächig berühren.
- Den Punkt anhand von Knochen, Sehnen und Gelenkfalten orientieren.
- Mit der Fingerkuppe sanften Kontakt aufnehmen.
- Den Druck langsam und nur mäßig erhöhen.
- Ruhig weiteratmen.
- Nach einigen Atemzügen wieder lösen.
- Hand, Fuß oder Gelenk anschließend bewegen.
Ein Punkt muss nicht schmerzen, kribbeln oder warm werden.
Nicht kräftig gedrückt werden sollten insbesondere:
- KG 15 unterhalb des Brustbeins,
- MI 21 an der seitlichen Brustwand,
- LG 1 im Bereich von Steißbein und After,
- empfindliche Bereiche nahe Gefäßen, Nerven oder entzündeten Sehnen.
Akupunktur mit Nadeln sollte fachlich qualifiziert und mit sterilen Einmalnadeln durchgeführt werden. Unsachgemäße Anwendung kann unter anderem Infektionen, Verletzungen von Organen und Schäden am Nervensystem verursachen.
Zeigt ein empfindlicher Luo-Punkt eine Störung des Partnermeridians?
Nein. Druckempfindlichkeit an einem Luo-Punkt ist kein zuverlässiger Nachweis für eine Störung des Meridians oder des zugeordneten Organs.
Mögliche örtliche Ursachen sind:
- Muskelspannung,
- Belastung durch Arbeit oder Sport,
- gereizte Sehnen,
- Druck durch Schuhe oder Kleidung,
- frühere Verletzungen,
- Schwellungen,
- empfindliche Nerven,
- individuelle Schmerzempfindlichkeit.
Ein schmerzhafter Magen-40-Bereich beweist beispielsweise weder ein Magenproblem noch ein sogenanntes Schleim-Muster.
Häufige Missverständnisse
Luo-Punkte liegen zwischen zwei Meridianlinien
Nicht unbedingt. Ein Luo-Punkt liegt zunächst auf seinem eigenen Hauptmeridian. Die Verbindung zum Partnermeridian wird durch ein traditionell beschriebenes Luo-Gefäß erklärt.
Jeder Luo-Punkt ist auch ein Ursprungspunkt
Nein. Luo- und Ursprungspunkte sind zwei unterschiedliche Punktgruppen.
Jeder gekoppelte Meridian besitzt denselben Verbindungspunkt
Nein. Jeder Hauptmeridian hat einen eigenen Luo-Punkt.
Das Meridianpaar Lunge und Dickdarm besitzt daher:
- LU 7 als Luo-Punkt der Lunge,
- DI 6 als Luo-Punkt des Dickdarms.
Luo-Punkte gehören zu den fünf antiken Punkten
Nein. Sie bilden eine eigenständige Punktgruppe.
Luo-Punkte müssen paarweise gedrückt werden
Nein. Die Yuan-Luo-Kombination ist eine traditionelle Akupunkturmethode. Für Qigong oder sanfte Selbstmassage ist keine feste Paarung erforderlich.
Ein schmerzhafter Luo-Punkt zeigt eine Organerkrankung
Nein. Punktreaktionen sind unspezifisch und erlauben keine sichere Diagnose.
Die Luo-Gefäße sind anatomisch nachgewiesene Blut- oder Lymphgefäße
Nein. Die Luo-Gefäße gehören zum traditionellen Meridianmodell. Eine eindeutige anatomische Entsprechung wurde bisher nicht bestätigt.
Traditionelle und moderne Einordnung
Traditionell stehen Luo-Punkte für Verbindung:
- zwischen Yin und Yang,
- zwischen gekoppelten Meridianen,
- zwischen Oberfläche und Tiefe,
- zwischen einzelnen Körperregionen,
- innerhalb eines verzweigten Meridiannetzes.
Modern betrachtet liegen die Punkte in anatomisch unterschiedlichen Bereichen:
- nahe Sehnen,
- an Muskelrändern,
- an Knochen,
- in der Nähe kleiner Gelenke,
- über Bindegewebe,
- teilweise nahe Nerven und Blutgefäßen.
Diese anatomischen Strukturen können erklären, warum Berührung, Druck oder Bewegung an den Punktregionen wahrgenommen wird.
Sie beweisen jedoch nicht automatisch die traditionellen Beziehungen zwischen zwei Meridianen oder Organfunktionskreisen.
Ein bodenständiger Zugang unterscheidet deshalb:
Luo-Punkte sind anatomisch beschreibbare Körperstellen. Ihre Bedeutung als verbindende Punkte zwischen Meridianen gehört zum traditionellen Ordnungssystem der TCM.
Weiterführende Beiträge zu Luo-Verbindungspunkten
Die folgenden Beiträge vertiefen weitere Punktgruppen, die in der traditionellen Lehre eng mit den Luo-Verbindungspunkten zusammenhängen.
Ursprungspunkte der Meridiane
Ursprungspunkte werden traditionell mit dem Yuan-Qi und dem jeweiligen Organfunktionskreis verbunden. Gemeinsam mit Luo-Punkten bilden sie die klassische Yuan-Luo-Kombination.
→ Ursprungspunkte der Meridiane
Ursprungspunkte und Bachpunkte im Vergleich
Auf den Yin-Meridianen sind Ursprungspunkt und Bachpunkt identisch. Auf den Yang-Meridianen liegen beide getrennt.
→ Ursprungspunkte und Bachpunkte im Vergleich
Die fünf antiken Punkte einfach erklärt
Brunnen-, Quell-, Bach-, Fluss- und Meerpunkt bilden eine zusammenhängende Reihe auf den zwölf Hauptmeridianen.
→ Die fünf antiken Punkte einfach erklärt
Öffnungspunkte der außerordentlichen Gefäße
Vier Luo-Punkte gehören gleichzeitig zu den acht Öffnungspunkten. Der Beitrag erklärt ihre Zuordnung zu Ren Mai, Chong Mai, Yin Wei Mai und Yang Wei Mai.
→ Öffnungspunkte der außerordentlichen Gefäße
Akupunkturpunkte im Qigong wahrnehmen
Akupunkturpunkte können als Orientierung für Bewegung, Körperwahrnehmung und sanfte Berührung dienen, ohne dass eine therapeutische Wirkung erzwungen werden muss.
→ Akupunkturpunkte im Qigong wahrnehmen
Fazit: Luo-Punkte verbinden nach traditioneller Vorstellung die Meridiane
Luo-Verbindungspunkte bilden eine eigenständige Gruppe besonderer Akupunkturpunkte.
Zu ihnen gehören:
- zwölf Luo-Punkte der Hauptmeridiane,
- KG 15 als Luo-Punkt des Konzeptionsgefäßes,
- LG 1 als Luo-Punkt des Lenkergefäßes,
- MI 21 als großer Luo-Punkt der Milz.
Nach dem traditionellen Modell verbindet der Luo-Punkt eines Hauptmeridians diesen mit seinem gekoppelten Yin- oder Yang-Meridian.
Besonders bekannt sind:
- LU 7,
- MI 4,
- PE 6,
- 3E 5,
- MA 40.
Für die Qigong-Praxis müssen die Punkte nicht einzeln stimuliert werden. Ihr Grundgedanke lässt sich über fließende Bewegungen erfahren:
- Innen- und Außenseiten verbinden,
- Hände und Füße mit der Körpermitte koordinieren,
- Bewegungen durch den ganzen Körper weiterleiten,
- Spannung lösen, ohne die Struktur zu verlieren.
So werden Luo-Punkte weniger zu isolierten Druckstellen und mehr zu Orientierungspunkten für ein zusammenhängendes Körpergefühl.
Häufige Fragen zu Luo-Verbindungspunkten
Was sind Luo-Verbindungspunkte?
Luo-Verbindungspunkte sind eine besondere Gruppe von Akupunkturpunkten, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin die Verbindung zwischen gekoppelten Meridianen darstellen sollen. Der Begriff „Luo“ bedeutet Verbindung, Netzwerk oder Verzweigung.
Was bedeutet Luo?
„Luo“ wird häufig mit „Verbindung“, „Netzwerk“ oder „Verzweigung“ übersetzt. Nach dem traditionellen Meridianmodell zweigt an einem Luo-Punkt ein sogenanntes Luo-Gefäß vom Hauptmeridian ab und verbindet diesen mit dem jeweils gekoppelten Yin- oder Yang-Partner.
Wo liegen die Luo-Verbindungspunkte am Körper?
Die zwölf regulären Luo-Punkte der Hauptmeridiane liegen an Händen, Füßen, Unterarmen und Unterschenkeln. Drei weitere Luo-Punkte gehören zu Sonderpositionen – zwei auf den Gefäßen des Konzeptions- und Lenkergefäßes, einer als großer Luo-Punkt der Milz am Rumpf.
Wie viele Luo-Verbindungspunkte gibt es?
Insgesamt gibt es 15 Luo-Punkte: je einer auf den zwölf Hauptmeridianen plus drei zusätzliche Luo-Punkte auf dem Konzeptionsgefäß (KG 15), dem Lenkergefäß (LG 1) und dem großen Luo-Punkt der Milz (MI 21).
Welche Bedeutung haben Luo-Verbindungspunkte in der TCM?
Luo-Punkte werden in der traditionellen Akupunkturlehre mit der Verbindung zwischen gekoppelten Meridianen und mit Ausgleichs-Funktionen zwischen Yin- und Yang-Partnern in Verbindung gebracht. In der klassischen Yuan-Luo-Kombination werden sie manchmal zusammen mit dem Ursprungspunkt des Partnermeridians eingesetzt. Diese Angaben beruhen auf dem traditionellen TCM-Modell und sind nicht mit einer medizinisch nachgewiesenen Wirkung gleichzusetzen.
Wie unterscheiden sich Luo-Punkte von Ursprungs- oder Xi-Spaltenpunkten?
Ursprungspunkte werden traditionell mit dem Yuan-Qi des eigenen Meridians verbunden. Luo-Punkte werden mit der Verbindung zum gekoppelten Partnermeridian assoziiert. Xi-Spaltenpunkte wiederum werden traditionell mit akuten oder plötzlich auftretenden Beschwerden in Verbindung gebracht. Die drei Gruppen erfüllen im traditionellen Modell also unterschiedliche Funktionen.
Können Luo-Punkte in der Selbstanwendung oder im Qigong genutzt werden?
Die Akupunktur von Luo-Punkten gehört in die Hände entsprechend qualifizierter Fachpersonen. Für Qigong-Übende lassen sich viele Luo-Bereiche sanft in die Wahrnehmung einbeziehen – Unterarme und Unterschenkel bewusst führen, Hand- und Fußgelenke locker halten – ohne stechenden Druck oder gezieltes Bohren. Ein Beispiel für einen bekannten Luo-Verbindungspunkt ist Lunge 7 (LU 7) Lieque am Handgelenk auf der Daumenseite.
Hinweis zur Einordnung
Die Inhalte dieser Seite basieren auf den Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder medizinische Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine qualifizierte Fachperson.
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