Herz 1 (HE 1, Jiquan) – Bedeutung, Lage, Wirkung und Anwendung des Akupunkturpunkts

Herz 1 (HE 1), auch als Jiquan bezeichnet, ist der erste Punkt des Herz-Meridians in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Aufgrund seiner Lage in der Achselhöhle wird er traditionell mit dem Beginn des Herz-Meridians, dem Brustraum, dem Schulter-Arm-Bereich, dem inneren Armverlauf und der Regulation von Herz-Qi in Verbindung gebracht. Der Punkt liegt in einer sehr sensiblen Körperregion, in der wichtige Blutgefäße, Nervenbahnen und Lymphstrukturen verlaufen.

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Was bedeutet Jiquan?

Der Name Jiquan wird häufig mit „Höchste Quelle“, „Äußerste Quelle“ oder „Quelle am Gipfel“ übersetzt. Der Name verweist auf die besondere Stellung dieses Punktes am Beginn des Herz-Meridians.

„Ji“ kann mit äußerster Punkt, höchster Bereich oder Gipfel übersetzt werden. „Quan“ bedeutet Quelle. Gemeinsam entsteht das Bild einer Quelle, aus der der Verlauf des Herz-Meridians hervorgeht.

Diese Bezeichnung passt gut zur Lage von Herz 1 in der Achselhöhle. Von hier aus zieht der Herz-Meridian traditionell über die Innenseite des Arms weiter zum Handgelenk und zum kleinen Finger.

Jiquan beschreibt daher nicht nur einen Punkt in der Achsel. Der Name verweist auch auf Ursprung, Sammlung, inneren Fluss und die traditionelle Vorstellung, dass der Herz-Meridian hier seinen äußeren Verlauf beginnt.

Wo liegt Herz 1 (HE 1)?

Herz 1 befindet sich in der Achselhöhle. Traditionell wird der Punkt in der Mitte der Achselhöhle lokalisiert, auf der Innenseite beziehungsweise medial der Achselarterie. Zur Lokalisation wird der Arm meist seitlich angehoben. Vereinfacht gesagt liegt HE 1 tief in der Achselregion, dort, wo Brustkorb, Schulter und Oberarm miteinander verbunden sind.

Eine grobe Orientierung:

  • Arm vorsichtig seitlich anheben
  • die Achselhöhle wahrnehmen
  • keinen starken Druck ausüben
  • die tiefe Mitte der Achsel nur sanft ertasten
  • den Bereich medial der pulsierenden Struktur respektieren
  • bei Unsicherheit nicht weiter suchen

Wichtig: In der Achselhöhle verlaufen empfindliche Strukturen – darunter die Achselarterie, Nervenbahnen, Lymphknoten und Weichteilgewebe. Deshalb sollte Herz 1 nicht kräftig gedrückt, massiert oder gereizt werden. Für therapeutische Zwecke sollte die exakte Punktbestimmung ausschließlich durch entsprechend ausgebildete Fachpersonen erfolgen.

Die Bedeutung von Herz 1 im Meridiansystem

Herz 1 ist der erste Punkt des Herz-Meridians. Der Herz-Meridian gehört zum Hand-Shaoyin und verläuft traditionell vom Brustbereich über die Achsel, die Innenseite des Arms, das Handgelenk und die Hand bis zum kleinen Finger.

Durch seine Lage am Beginn des äußeren Meridianverlaufs verbindet Jiquan aus traditioneller Sicht Brustraum, Herz-Funktionskreis, Schulter, inneren Oberarm, Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk und kleinen Finger miteinander. Der Punkt steht damit für den Übergang vom inneren Brustraum in den Armverlauf des Herz-Meridians.

Herz 1 steht damit für mehrere Ebenen gleichzeitig: Herz-Meridian, Achselregion, Brustraum, Schulter-Arm-Verbindung, Hand-Shaoyin, innerer Armverlauf, Herz-Qi, Herz-Blut, Shen und innere Regulation nach TCM-Verständnis.

Welche Funktionen werden Herz 1 in der TCM zugeschrieben?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Herz 1 vor allem mit folgenden Funktionen in Verbindung gebracht:

  • Harmonisierung des Herz-Meridians
  • Regulation von Herz-Qi nach TCM-Verständnis
  • Unterstützung des freien Qi-Flusses im Brustraum
  • Verbindung von Herz-Funktionskreis und Armverlauf
  • Aktivierung des Meridians im Schulter-Arm-Bereich
  • Lösen von energetischer Stagnation in Achsel und Brustraum
  • Harmonisierung von Brust-Qi nach traditioneller Zuordnung
  • Unterstützung des inneren Armverlaufs
  • Beruhigung und Sammlung des Shen nach klassischer TCM-Sprache
  • Förderung von Weite, Öffnung und innerer Ordnung

Dabei betrachtet die TCM Beschwerden niemals isoliert. Ein einzelner Akupunkturpunkt wird immer im Zusammenhang mit dem gesamten energetischen Muster eines Menschen gesehen. Die genannten Funktionen sind traditionelle Zuschreibungen der TCM und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Bei welchen Beschwerden wird Herz 1 traditionell eingesetzt?

Herz 1 wird traditionell vor allem bei Beschwerden im Verlauf des Herz-Meridians sowie bei Themen im Bereich von Brustraum, Achsel, Schulter, innerem Arm und emotionaler Spannung nach TCM-Verständnis berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem:

  • Spannungsgefühle im Brustraum nach TCM-Verständnis
  • subjektiv empfundene Enge im oberen Körperbereich
  • Beschwerden im Verlauf des Herz-Meridians
  • Spannung in Achsel, Schulter und innerem Oberarm
  • Gefühl von Blockade im Schulter-Arm-Bereich
  • Disharmonien von Herz-Qi nach traditioneller Einordnung
  • Unruhe nach klassischer TCM-Betrachtung
  • emotionale Anspannung nach TCM-Verständnis
  • Schweregefühl oder Festigkeit im inneren Armverlauf
  • Einschränkung des freien Qi-Flusses im Brust-Arm-Bereich
  • Ungleichgewicht im Hand-Shaoyin-System

Die TCM arbeitet nicht allein nach Symptomen. Zwei Menschen mit ähnlichen Beschwerden können aus traditioneller Sicht unterschiedliche Ursachen und unterschiedliche energetische Muster haben. Bei Brustschmerzen, Atemnot, Druckgefühl mit Ausstrahlung in Arm, Rücken, Kiefer oder Oberbauch, Herzrasen, Schwindel, Ohnmacht, starken Schmerzen, neurologischen Symptomen, Schwellungen in der Achsel, Knoten, Fieber, Entzündungen, Verletzungen oder anhaltenden Beschwerden sollte grundsätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Herz 1 als erster Punkt des Herz-Meridians

Herz 1 ist der erste Punkt des Herz-Meridians und markiert den Beginn des äußeren Meridianverlaufs. Der Herz-Meridian zieht von der Achsel über die Innenseite des Arms bis zum kleinen Finger.

Diese Lage macht Jiquan zu einem wichtigen Verbindungspunkt zwischen Brustraum und Arm. Die Achselhöhle ist ein Übergangsbereich: Hier treffen Brustkorb, Schulter, Oberarm, Nervenbahnen, Gefäße und Bewegungsfreiheit aufeinander.

Aus Sicht der TCM beginnt hier der sichtbare Weg des Herz-Meridians durch den Arm. Dadurch wird HE 1 traditionell mit dem freien Fluss von Qi und Blut im Verlauf von Brust, Achsel, Arm und Hand verbunden. Diese Zusammenhänge sind als traditionelle energetische Betrachtung zu verstehen und ersetzen keine medizinische Abklärung oder Behandlung.

Herz 1 und der Herz-Funktionskreis

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird das Herz nicht nur als Organ im westlich-medizinischen Sinn betrachtet. Der Herz-Funktionskreis umfasst ein größeres energetisches System. Traditionell wird das Herz mit Blut, Gefäßen, Bewusstsein, innerer Ruhe, Freude, Ausstrahlung, Sprache, Schlaf und dem Shen verbunden.

Herz 1 liegt am Beginn des Herz-Meridians und steht innerhalb dieses Systems für den Übergang vom inneren Brustraum in den Armverlauf. Der Punkt zeigt, dass der Herz-Funktionskreis in der TCM nicht isoliert im Brustkorb betrachtet wird, sondern über Achsel, Arm, Hand und kleinen Finger weiter ausstrahlt.

Im Qigong kann dieser Zusammenhang sanft erfahrbar werden: Wenn die Schultern sinken, die Achselregion mehr Raum bekommt und die Arme weich werden, kann sich auch der Brustraum freier anfühlen.

Herz 1 und Shen

In der TCM wird der Herz-Funktionskreis traditionell mit dem Shen verbunden. Shen beschreibt innere Wachheit, Bewusstsein, geistige Klarheit, emotionale Ausgeglichenheit und Präsenz.

Wenn der Brustraum eng ist, die Schultern fest sind oder die Arme unbewusst angespannt bleiben, kann sich auch innerlich Unruhe zeigen. Aus Sicht der TCM werden körperliche und emotionale Spannung nicht streng voneinander getrennt.

Herz 1 liegt in der Achselhöhle, einer Region, die oft unbewusst geschützt oder festgehalten wird. Im Qigong geht es nicht darum, Gefühle zu erzwingen oder zu kontrollieren. Vielmehr entsteht Ruhe durch Wahrnehmen, Atmen, Loslassen und eine weiche Verbindung von Körper und Geist.

Jiquan kann in diesem Zusammenhang als Erinnerung dienen: Der Brustraum darf weich werden, die Schultern dürfen sinken, die Arme dürfen loslassen, und die Aufmerksamkeit darf sich wieder sammeln.

Herz 1 und der Brustraum

Herz 1 liegt nahe am seitlichen Brustraum und an der Achselregion. Diese Zone ist eng mit Atmung, Schulterbewegung, Armfreiheit und innerer Haltung verbunden.

Viele Menschen halten Spannung im oberen Brustkorb, in den Schultern oder unter den Armen. Dadurch kann der Atem flacher werden, und Bewegungen der Arme wirken weniger frei. Aus Sicht der TCM kann sich in solchen Situationen der freie Fluss von Qi im Brust-Arm-Verlauf eingeschränkt anfühlen.

Für die Selbstwahrnehmung ist hier besonders wichtig: nicht drücken, sondern spüren. Eine sanfte Handauflage im seitlichen Brust- oder Achselbereich, ruhige Atmung und weiche Schultern sind für diesen Bereich oft passender als intensive Akupressur.

Herz 1 und der Schulter-Arm-Bereich

Die Achselhöhle ist ein wichtiger Übergang zwischen Schulter, Brustkorb und Oberarm. Herz 1 liegt genau in dieser Region und hat dadurch einen engen Bezug zum Schulter-Arm-Bereich. Der Herz-Meridian verläuft von hier aus über die Innenseite des Arms. Dadurch wird HE 1 traditionell mit Spannungen im Verlauf von Achsel, innerem Oberarm, Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk und kleinem Finger verbunden.

Im Alltag wird diese Verbindung oft spürbar. Wenn Schultern hochgezogen sind, die Arme fest am Körper gehalten werden oder der Brustraum eng ist, fühlt sich auch die Achselregion weniger frei an.

Im Qigong wird der Schulter-Arm-Bereich nicht mit Kraft geöffnet. Die Arme bewegen sich weich, die Achseln bleiben luftig, die Ellenbogen gelöst, und die Hände entspannt. Jiquan kann als Erinnerung dienen, unter den Armen mehr Raum entstehen zu lassen.

Herz 1 und die Achselregion

Die Achselregion ist empfindlich und wird im Alltag oft wenig bewusst wahrgenommen. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Durchgangsbereich für Beweglichkeit, Gefäße, Nerven, Lymphstrukturen und Meridianverläufe.

Aus TCM-Sicht liegt Herz 1 an einer Stelle, an der sich innerer Brustraum und äußerer Armverlauf verbinden. Dadurch wird die Achsel nicht nur anatomisch, sondern auch energetisch als Übergangsraum betrachtet.

Viele Qigong-Bewegungen profitieren davon, wenn die Achselregion nicht zusammengedrückt wird. In der klassischen Körperausrichtung wird häufig darauf geachtet, dass unter den Armen etwas Raum bleibt – als würde man ein kleines weiches Kissen unter den Achseln halten. Diese Vorstellung kann helfen, Schultern und Brustraum zu entspannen, ohne aktiv zu dehnen oder zu drücken.

Herz 1 und Atmung

Auch wenn Herz 1 nicht direkt auf dem Brustbein liegt, steht der Punkt über seine Lage in der Achselregion in enger Beziehung zu Brustraum, Rippenbewegung, Schulterstellung und Atmung.

Wenn die Schultern nach vorne fallen oder die Arme fest an den Körper gedrückt werden, kann sich der Atemraum kleiner anfühlen. Umgekehrt kann eine gelöste Achsel- und Schulterregion dazu beitragen, dass der Atem ruhiger und freier wahrgenommen wird.

Im Qigong wird die Atmung nicht erzwungen. Herz 1 kann dabei als Orientierung dienen: Unter den Armen darf Raum entstehen. Der Brustraum darf weich werden. Die Arme dürfen sich getragen anfühlen. Der Atem darf kommen und gehen.

Herz 1 und das Feuer-Element

Der Herz-Meridian gehört in der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Feuer-Element. Dieses Element wird traditionell mit Wärme, Lebendigkeit, Freude, Bewusstsein, Ausstrahlung, Sprache, Beziehung und innerer Klarheit verbunden.

Herz 1 liegt am Beginn des Herz-Meridians und hat dadurch einen besonderen Bezug zu diesen Qualitäten. Das Feuer-Element wird in der TCM nicht nur als Hitze verstanden. Es beschreibt auch Lebendigkeit, innere Wachheit und die Fähigkeit, mit der Umgebung in Beziehung zu treten.

Im Qigong wird diese Qualität nicht erzwungen. Es geht nicht darum, besonders viel Energie zu erzeugen. Vielmehr entsteht lebendige Ruhe, wenn Körper, Atem und Aufmerksamkeit miteinander verbunden sind.

Herz 1 und emotionale Spannung

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden körperliche und emotionale Spannung nicht streng getrennt. Der Herz-Funktionskreis wird traditionell mit Freude, innerer Ruhe, Klarheit, Bewusstsein und Shen verbunden.

Wenn Menschen angespannt, belastet oder innerlich unruhig sind, kann sich dies körperlich im Bereich von Brustraum, Schultern, Achseln, Armen oder Händen zeigen. Die Schultern ziehen nach oben, der Brustraum wird enger, oder die Arme werden unbewusst festgehalten.

Herz 1 liegt genau in dieser Übergangszone zwischen Brustraum und Arm. Deshalb wird Jiquan traditionell im Zusammenhang mit Herz-Qi, Brustraum, Shen und innerem Armverlauf betrachtet. Diese Zuschreibungen sind traditionelle Beschreibungen der TCM und keine medizinischen oder psychologischen Wirkversprechen.

Im Qigong kann emotionale Spannung sanft über den Körper reguliert werden: Schultern lösen, Achselraum spüren, Atem wahrnehmen, Arme weich werden lassen, Füße spüren und den Blick entspannen. So entsteht Raum, ohne dass etwas erzwungen werden muss.

Anwendung von Herz 1 in der Akupressur

Herz 1 liegt in einer sehr sensiblen Region. Deshalb ist eine intensive Selbstmassage oder kräftige Akupressur hier nicht empfehlenswert. Im Mittelpunkt steht nicht Druck, sondern achtsame Wahrnehmung von Achselregion, Brustraum, Schulter und innerem Arm.

Eine mögliche sehr sanfte Vorgehensweise:

  • Aufrecht und entspannt hinsetzen
  • Beide Schultern locker sinken lassen
  • Einen Arm nur leicht anheben
  • Den Bereich der Achselhöhle ohne Druck spüren
  • Die Hand nur sanft auf den seitlichen Brust- oder Achselbereich legen
  • Ruhig und gleichmäßig atmen
  • Wahrnehmen, wie sich Brustraum und Schulter mit der Atmung bewegen
  • Jede starke Reizung vermeiden
  • Die Hand langsam wieder lösen

Alternativ kann die innere Oberarmlinie sanft ausgestrichen werden, ohne direkt in die Achselhöhle zu drücken. Die Anwendung sollte niemals schmerzhaft sein. Bei Schwellungen, Knoten, Lymphknotenvergrößerungen, Entzündungen, Verletzungen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln, starken Schmerzen, Brustschmerzen, Atemnot oder ungeklärten Beschwerden sollte keine Selbstbehandlung erfolgen, sondern ärztlicher Rat eingeholt werden.

Herz 1 im Zusammenhang mit Qigong

Im Qigong spielen Brustraum, Atmung, Schultern, Achseln, Arme und Hände eine wichtige Rolle. Viele Übungen bestehen aus weichen, ruhigen Armbewegungen, die den Körper in eine gelöste Aufrichtung führen. Der Bereich um Herz 1 kann im Qigong besonders bewusst wahrgenommen werden, wenn unter den Armen Raum entsteht und die Schultern nicht nach oben ziehen.

Besonders hilfreich können Übungen und Impulse sein, die:

  • die Schultern entspannen
  • die Achselregion weich werden lassen
  • unter den Armen Raum entstehen lassen
  • die Oberarme locker führen
  • die Ellenbogen gelöst halten
  • die Hände natürlich entspannen
  • den Brustraum sanft weiten
  • den Atem ruhig wahrnehmen
  • die Ausatmung loslassen
  • die Aufmerksamkeit in die Körpermitte führen

Wenn Achseln, Schultern und Arme weich werden dürfen, kann der Brustraum freier wirken. Dadurch entsteht häufig ein Gefühl von mehr Raum, Ruhe und innerer Ausgeglichenheit.

Welche Rolle spielt Herz 1 für den Herz-Meridian?

Der Herz-Meridian beginnt traditionell im Brustbereich und zieht von dort über die Achsel, die Innenseite des Arms, das Handgelenk und die Hand bis zum kleinen Finger. Herz 1 liegt in der Achselhöhle und bildet den ersten äußeren Punkt dieser Leitbahn.

HE 1 steht für Beginn, Öffnung und Verbindung innerhalb des Herz-Meridians. Der Punkt zeigt, dass die TCM den Herz-Funktionskreis nicht isoliert betrachtet, sondern über Körperhaltung, Atmung, Armverlauf, innere Ruhe und bewusste Wahrnehmung versteht.

Gerade im Qigong wird diese Verbindung spürbar. Wenn der Atem ruhiger wird, die Arme weich bleiben und der Brustraum nicht festgehalten wird, kann der gesamte obere Körperbereich freier wirken.

Herz 1 und Bildschirmarbeit

Bei Bildschirmarbeit sitzen viele Menschen mit nach vorne gezogenen Schultern, engem Brustraum und angespannten Armen. Die Achselregion wird dabei häufig unbewusst zusammengedrückt. Auch wenn man dies kaum bemerkt, kann sich der Schulter-Brust-Bereich über Stunden fest anfühlen.

Herz 1 kann als Erinnerung dienen, während der Bildschirmarbeit regelmäßig Schultern, Achseln, Arme und Atem bewusst wahrzunehmen. Einfache Impulse können sein:

  • beide Füße bewusst auf den Boden stellen
  • Schultern sinken lassen
  • unter den Achseln Raum entstehen lassen
  • Oberarme locker hängen lassen
  • Ellenbogen weich halten
  • Brustraum sanft aufrichten
  • ruhig durch die Nase atmen
  • Hände und Kiefer entspannen
  • den Blick in die Ferne lösen
  • kurz aufstehen und gehen

Herz 1 und Loslassen

Der Herz-Meridian wird in der TCM mit innerer Ruhe, Shen, Bewusstsein, Freude und emotionaler Ausgeglichenheit verbunden. Auch das Thema Loslassen spielt eine wichtige Rolle, besonders wenn Spannung im Brustraum, in den Schultern oder in den Armen gehalten wird.

Loslassen bedeutet hier nicht, etwas wegzudrücken. Es bedeutet, Spannung wahrzunehmen und dem Körper zu erlauben, weicher zu werden. Jiquan kann daran erinnern, dass Raum unter den Armen entstehen darf. Die Schultern dürfen sinken. Der Brustraum darf weich werden. Die Arme dürfen getragen sein. Der Atem darf kommen und gehen.

Im Qigong wird Loslassen nicht erzwungen. Es entsteht durch Wahrnehmen, Atmen und sanfte Bewegung. Wenn Achseln und Schultern weicher werden, darf auch der restliche Körper Schritt für Schritt Spannung abgeben.

Sicherheitshinweise zu Herz 1

Herz 1 liegt in der Achselhöhle. In dieser Region befinden sich Blutgefäße, Nerven, Lymphknoten, Sehnen, Muskeln und empfindliches Weichteilgewebe. Deshalb ist bei jeder Form der Selbstanwendung besondere Vorsicht wichtig.

  • keinen starken oder schmerzhaften Druck ausüben
  • nicht tief in die Achselhöhle drücken
  • nicht auf pulsierende Gefäße drücken
  • keine intensive Massage in der Achselregion
  • keine Anwendung bei Schwellungen oder Knoten in der Achsel
  • keine Anwendung bei Entzündungen, Hautreizungen oder Verletzungen
  • keine Selbstbehandlung bei Taubheitsgefühlen oder Kribbeln
  • keine Anwendung bei starken oder ungeklärten Schmerzen
  • bei Lymphknotenvergrößerungen ärztlichen Rat einholen
  • bei Brustschmerzen, Atemnot oder Herzsymptomen medizinisch abklären lassen
  • bei Schmerzen mit Ausstrahlung in Arm, Kiefer, Rücken oder Oberbauch sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen
  • bei starken, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen

Eine Akupunkturbehandlung an diesem Punkt sollte ausschließlich durch qualifizierte Therapeutinnen oder Therapeuten erfolgen. Bei der Selbstanwendung reicht oft eine sanfte Berührung, ruhige Atmung und achtsame Wahrnehmung von Achsel, Schulter und Brustraum aus.

Fazit: Herz 1 (HE 1) Jiquan

Ergänzende Punkte im Themenkreis von Brust, Achsel und Herzraum: Pe 1 Tianchi liegt ebenfalls im seitlichen Brustbereich und gehört zum Perikard-Meridian, dem klassischen Yin-Partner des Herz-Meridians. Auf dem Herz-Meridian selbst folgt als nächster wichtiger Punkt HE 3 Shaohai in der Ellenbeuge.

Herz 1 (HE 1) Jiquan ist der erste Punkt des Herz-Meridians und liegt in der Achselhöhle, in der Nähe wichtiger Gefäß-, Nerven- und Lymphstrukturen. Der Name wird häufig mit „Höchste Quelle“ oder „Äußerste Quelle“ übersetzt und verweist auf die besondere Bedeutung dieses Punktes als Beginn des äußeren Verlaufs des Herz-Meridians.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Herz 1 mit dem Herz-Meridian, dem Hand-Shaoyin-System, dem Brustraum, dem Schulter-Arm-Bereich, dem inneren Armverlauf, Herz-Qi, Shen, Feuer-Element und innerer Regulation verbunden.

Im Zusammenhang mit Qigong zeigt Herz 1 sehr anschaulich, wie Brustraum, Schultern, Achseln, Arme, Hände, Atmung und innere Spannung miteinander verbunden sein können. Wenn die Schultern sinken, unter den Achseln Raum entsteht und der Atem ruhig fließt, kann sich der gesamte obere Körperbereich freier und entspannter anfühlen.

Hinweis zur Einordnung

Die Inhalte dieser Seite basieren auf den Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder medizinische Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine qualifizierte Fachperson.

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